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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 167 -
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16716. April 1841 das sitzen in der stechenden sonne so beschwerlich, daß er selbst mich schon nach 1 minute aufstehen ließ. nach einer halben stunde, als die son- nenstrahlen etwas weniger drückend geworden waren, ging ich wieder und zwar mit Karaczonji hin, und fand Litta dort; die erste Probe gelang wieder nicht, endlich aber die 3. so ziemlich, die ich also mit nach mailand als erstes specimen eines daguerrotype portraits zu nehmen gedenke, und zwar um den mäßigen Preis von 25 Pauls. ich lief nun nach hause mich umkleiden und fuhr dann zu lützow zum Diner; es waren da eine Menge der anwesenden Österreicher, Gräfin Goës und ihr sohn, hanns kol[owrat], Bérenji, cebrian, Wenkheim, Auersperg, durieux, odeschalchi, Paul esterhazy, der dumme nako und sein noch düm- merer sohn, etc. Wir dinirten vortrefflich nur etwas lange, so daß ich gleich nach dem diner von dem herrn und der frau vom hause Abschied nahm und zu Tiesenhausen fuhr, der mich mit Karaczonji erwartete; diese Bey- den hatten indessen in meinem Appartement dinirt; Unterwegs fiel mir ein Pferd; neuer Aufenthalt. Wir 3 hatten zusammen Plätze an einem Balcon vis-à-vis der engelsburg um 2 piaster par tête gemiethet und erreichten das haus, der unendlichen Wagenreihe wegen, zu Fuße; dort fanden wir mehrere erleuchtete salons mit einer menge herren und damen darin, wie zu einem rout. obwohl hinter den Damen auf einem Balcon stehend, sahen wir dort vortrefflich; auch traf ich dort meinen russen mesaydoff [?], für den ich, seit er bey unserm diner bey geimüller eine sole frite für eine sardelle ansah, eine so unendliche ge- ringschätzung fühle. Das Feuerwerk von der Engelsburg war sublime; ein Stuve’sches Feuer- werk1 im Prater ist eine wahre stümperey dagegen, und wir Alle waren ent- zückt; besonders superbe war die letzte Figur, die eigentliche sogenannte Girandola; um 1/2 10 schon war Alles aus, und ich drückte mich durch das ungeheuere Gedränge von Wagen und Menschen, bis ich den Meinigen fand; zu hause angekommen, kleidete ich mich um, bezahlte meine rechnung, etc. und fuhr zu tiesenhausen, nachdem mein koffer endlich nach langem pro- biren und studiren an seinem Wagen angebracht war, und wir unseren thee getrunken hatten, fuhren wir um 12 uhr ab. Kaum waren wir fort, so fing es an zu regnen; dieses infame Wetter be- gleitete uns fast ununterbrochen, den ganzen folgenden tag bis zum andern morgen nach Perugia, wo es dann schön und sogar sehr schön wurde. Wir frühstückten gegen 7 uhr in civita castellana, bis dahin und weiter bis Terni ist die Gegend eine höchst traurige, öde und unbewohnte; Stunden 1 richtig stuwer. die familie stuwer veranstaltete seit 1774, nunmehr in dritter generation, feuerwerke im Wiener Prater.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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