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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 193 -
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19313. August 1841 aber muß sie später dahin kommen, da sie den Winter in italien zubringen will. von dieser Antwort, welche ich nun täglich erwarte, wird es abhängen, was ich beginne; kommt sie nicht oder doch nicht so bald in die Schweitz, so werde ich vielleicht ebenfalls nicht dahin gehen, wiewohl interlacken, genf und die Berge mich mächtig, sehr mächtig anziehen, zudem hätte ich auch ein noch halb unausgekochtes Projeckt mit Cotta in Stuttgardt; nicht so sehr wegen der herausgabe des bewußten Werkes, welches nun bald vollendet seyn wird, denn ich zweifle, daß cotta sich damit wird befassen wollen, als vielmehr wegen meiner vorhabenden großen Reise; ich möchte ihm nähm- lich den vorschlag machen, ihm während der reise correspondenz-Artickel für die Allgemeine Zeitung etc. zu liefern und ihm das verlagsrecht des rei- sewerkes zu überlassen, welches ich nach meiner rückkehr herausgeben würde; celà augmenterait, oder eigentlich, celà completerait mes fonds, und ich brauchte dann nicht in Wien um eine unterstützung zu betteln. gehe ich aber trotz dessen nicht in die schweitz, so bleibe ich wohl in como oder irgendwo am comer-see, wo es heuer so brillant ist, und ich eine menge Bekannte habe, als: die samojloff, welche von neapel zurück gekehrt ist, und zwar, wie mir scheint, ziemlich abgekühlt für ihren liebhaber mar- tini, die orsini’s, orloff’s, meine schreiende und lärmende freundin Paldi, gräfin larisch, die ich sehr gerne sehen möchte, etc. dazu eine charmante oper und noch charmantere Primadonna, signora spondini. Apropos von oper, meine freundin ronzi ist in Brescia jämmerlich ausgepfiffen worden und soll wüthend seyn und ihren contract auflösen wollen. da lasse ich mich denn nicht blicken, und noch viel weniger gehe ich nach Brescia, wie dieß Anfangs meine Absicht war; nichts unangenehmeres als die Lage eines gu- ten freundes einer ausgepfiffenen Primadonna. [mailand] 13. August gestern fand die sitzung der Actionnäre der venedig-mailänder eisenbahn hier an der Börse statt, worin entschieden werden sollte, ob die ursprüng- liche, gerade linie des ingenieurs mileri verfolgt, oder der umweg über Bergamo eingeschlagen werden soll; letzteres wünscht besonders Eskeles in Wien, weil er dann die gegenwärtige eisenbahn von hier nach monza, deren sämmtliche Acktien er, und zwar ziemlich theuer, in dieser hoffnung an sich gekauft hat, den Actionären um schweres geld verkaufen will. seit 6 monathen sprach und schrieb man in ganz ober-italien von nichts anders, Zeitungs-Artickel und brochuren ohne Zahl erschienen besonders hier, und namentlich in den letzten Tagen war es eine wahre Agitation; nun das Re- sultat Alles dessen ist, daß die versammlung an einer vorfrage, nähmlich an der verification der vollmachten, scheiterte, ohne die hauptfrage auch nur zu erwähnen, es war nämlich eine menge zweideutiges volk in den Besitz
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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