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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
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Tagebücher210 druck befördern wird, da er dessen inhalt für zu stark hält, als daß es cotta, an den ich Anfangs dachte, annehmen würde, ich habe mich jedoch gegen ihn nicht zu dessen Autorschaft bekannt. übrigens meint er, es werde fu- rore erregen, welch ein Balsam für meine eitelkeit. und die folgen? vogue la galère. [mailand] 21. november Jetzt, wo ich ruhiger über mein so plötzlich zur reife gediehenes verhältniß zu clotilden nachdenke und über sie selbst, lerne ich die frau erst recht ken- nen und bewundern. es ist eine wahre leidenschaft, welche ich für sie fühle, warum trifft mich das gerade am vorabende des tages, an welchem sich der lange geschürzte knoten meines schicksals lösen soll? soll mich selbst das glück unglücklich machen? Wie dem aber auch sey, ich lebe jetzt nur in der idee, sie in florenz wieder zu sehen und an ihrer seite in meinem glücke zu schwelgen, vielleicht vermehrt es meine leidenschaft, daß ich über ihre er- wiederung doch noch einigermaßen in ungewißheit bin. da regt sich wieder mein altes, ewiges mißtrauen und meine innerliche schüchternheit, welche es mir immer, und besonders dort, wo ich wahrhaft verliebt bin, als unwahr- scheinlich erscheinen läßt, wahre volle gegenliebe gefunden zu haben. und doch konnte mir wahrhaftig niemand stärkere Beweise von liebe geben als meine angebethete clotilde, und doch, jetzt da sie weg ist, überfällt mich ein Zweifel, ob es nicht bloße erhitzung des Augenblickes gewesen, welche sie in meine Arme führte. ihre kaum entschwundene liebe zu Brockhausen, welchen ich nun hasse und verachte, nicht aus eifersucht, sondern weil er eine solche frau, eine solche liebe so unwürdig, so jämmerlich klein und misérabel behandeln konnte, eine wahre dreckseele. diese liebe schreckt und ängstiget mich noch immer mit einer Besorgniß des rückfalls, sie selbst schien sich Anfangs, denn später sprachen wir nicht mehr davon, nicht recht klar darüber bewußt zu seyn, gibt es doch auf der Welt etwas edleres, als sie? sie weinte vor kränkung, als sie mir erzählte, wie er mit ihr, die ihm Alles aufgeopfert hat, umgegangen ist, und doch sagte sie, sie glaubte bey- nahe, wenn er wolle, so würde sie das Alles zwar nicht vergessen, aber ihm doch wieder gut werden, es war, gott wolle, daß es nicht mehr so ist, eine Art von verrückung, von Wahnsinn, der sie befangen hielt, aber was ist ihr herz für ein Juwel! meine liebe zu ihr läßt sich nicht aussprechen, es ist Die Buchhandlung Wilhelm Frick; in: ders., Zum Buchwesen in Österreich. Gesammelte schriften (1896–1927), hg. v. murray g. hall (Buchforschung. Beiträge zum Buchwesen in österreich 2, Wien 2001) 347–350, und Peter r. frank, Johannes frimmel, Buchwesen in Wien 1750–1850. kommentiertes verzeichnis der Buchdrucker, Buchhändler und verleger (Buchforschung. Beiträge zum Buchwesen in österreich 4, Wiesbaden 2008) 193–195.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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