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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 212 -
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Tagebücher212 lebens zu erlösen, nebstdem als einen übergang zu einer höheren Bedeut- samkeit, als ein schritt zur öffentlichkeit. diese reise soll, so hoffe ich, die Aufmerksamkeit des Publikums und auch die der regierung auf mich zie- hen, und mir so den Weg zu dem bahnen, welches ich schon seit so langer Zeit erstrebe, ich sehe es immer mehr ein, daß auf meiner gegenwärtigen Bahn wohl vielleicht eine nüchterne hausbackene carrière zu erreichen sey, aber auf keinen fall eine solche, wie ich sie wünsche und dem misérabeln stolze, dereinst gouverneur zu werden, weit vorziehe, und noch viel weniger Zufriedenheit mit meiner existenz, und diese ist denn doch die hauptsache. daher nach Westen o nach Westen hin Beflügle dich mein kiel!1 ich habe, ohne meinen nahmen zu nennen, an cotta geschrieben und ihm die einsendung periodischer correspondenz Artikel und nach meiner heim- kehr die herausgabe meines reisewerkes versprochen, und erwarte nun, ob und welche Anträge er mir dagegen machen wird. von meinem eigenen ver- mögen werde ich soviel dazu setzen, als ich bey dem zerrütteten Zustande desselben thun kann, nach meiner rückkunft werde ich mich dann auf den verlassen müssen, der die lilien und sperlinge kleidet, eine magere Aus- sicht, jedoch haben pecuniäre rücksichten mich nie aufgehalten. habe ich dann soviel ich brauche beysammen, so kann ich mit voller freyheit in Wien auftreten, Pässe und empfehlungen begehren, mein bereits halb ausgedach- tes mémoire über Zweck und Absichten meiner reise, wozu mir zum theile heinrich ritter’s Ausarbeitung, welche ich in luzern zu erhalten hoffe, die materialien liefern wird, gehörigen ortes übergeben und in folge dessen da- hin wirken, Aufträge und vielleicht sogar eine unterstützung von der regie- rung zu erhalten. dieses sind meine ideen. um nun mich soviel als möglich vorzubereiten und die Art von Prüfung, welche man mich zu Wien vielleicht wird bestehen lassen, mit erfolg zu bestehen, lese ich nun so viele auf Amerika und jene hauptgegenstände meiner reise, das Pönitentiensystem in Pennsylvania, die kommerziellen verbindungen, das Auswanderungswesen etc., bezügliche Werke, als ich auftreiben kann. leider ist die Bibliothek der Brera nicht so reich darin, als ich hoffte, und nebstdem das unangenehme eines großen gemeinsamen le- sesaales mit harten sesseln etc. Auf jeden fall aber gehe ich früher und zwar, wie ich hoffe, Anfangs Jän- ner nach florenz zu meiner geliebten, herrlichen lottum, und will, ehe ich in 1 Aus der Ballade columbus von marie louise Brachmann.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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