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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 267 -
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26723. März 1842 gestern zu hartig, welcher unter diesen umständen der einzige, oder doch der erste war, dem ich meine Pläne vortragen sollte. der fing gleich damit an, mir von meinem Avancements gesuche zu reden und mir den stand die- ser sache ganz offen auseinanderzusetzen. derselbe kann nicht trostloser seyn als er ist: spaur hat, wie ich wußte, auf mein Avencement angetra- gen, jedoch auswärts mailand, der erzherzog trotz seiner versicherungen ebenfalls, aber sogar auswärts von italien, und mittrowsky will mich wie natürlich nicht in seine Provinzen herüber nehmen.1 es liegt nun zur ent- scheidung beym erzherzog ludwig. hartig sagte, meine urlaubsreisen hät- ten mir geschadet, und man spreche mir nicht fähigkeiten, wohl aber ver- wendung ab. nach einem solchen exordium war es doppelt schwierig, von meinen aber- maligen und großen reiseprojekten anzufangen, doch aber that ich es, da es denn doch geschehen mußte, und sagte ihm, wie ich jetzt eigentlich hier wäre, um jenen lang gehegten Plan auszuführen, wozu ich aber vorläufig sei- nen rath einzuholen wünsche. meine neigung für geologische studien habe mir zuerst diese idee gegeben, durch meine verbindungen in triest hätte ich mir ziemlich erschöpfende Aufschlüsse über die österreichischen handelsbe- ziehungen zu jenen ländern verschafft sowie über die mannigfaltigen und sehnlichen pia desideria, welche besonders in dem nun so tief erschütter- ten triest zur erweiterung und verbesserung jener so ganz vernachlässig- ten verbindungen wegen geworden wären, und deßhalb und weil ich meine reise auf jeden fall nur in der Art antreten könnte und wollte, daß sie mir für meine Zukunft vortheil brächte, wünschte ich, zu ihr Aufträge, oder doch ermächtigungen, fragepunkte, überhaupt einen gewissen offiziellen cha- rakter zu erhalten. hartigs erste Antworten und Äußerungen waren ganz die eines Bureau- kraten, viel mehr als ich es von ihm erwartet hätte, wenn ich dienen wolle, so müsse ich es mit eifer thun, der dienst und das reisen ließen sich nicht vereinigen etc. erst nach und nach ging er einigermaßen auf die sache ein, sagte, er billige vollkommen die idee an sich, nur könne von seiten der Ad- ministration hierin für mich nichts geschehen, sey wirklich ein Bedürfnis vorhanden, jene länder genauer erforschen zu lassen, so müßte der Antrag mich zu benützen von dem triester gouvernement ausgehen, wenn nicht fürst metternich unmittelbar etwas dazu thun wolle etc., und somit schie- den wir. Was bleibt nun zu thun? von graf kolowrat kann ich noch weniger An- klang erwarten, alle anderen großwürdenträger sind vollends unempfäng- 1 graf Anton friedrich mittrowsky verwaltete als oberster kanzler die in der vereinigten hofkanzlei zusammengefassten österreichischen und böhmischen länder.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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