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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 286 -
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Tagebücher286 viel nützlicher halte. da bin ich nun mit ihm ganz verschiedener meinung, indem ich nicht glaube, daß einem so mächtigen und altétablirten handels- monopole wie das englische gegenüber der unsrige raum gewinnen könnte, es wäre die fabel von den 2 töpfen, dem eisernen und dem irdenen. öttl gibt mir nun eine menge rathschläge, wie ich es einleiten solle, um stadi- ons Beyhülfe zu gewinnen, was ich aber noch am ehesten thun würde, wäre, bey meiner rückreise über triest zu gehen und persönlich mit stadion zu sprechen, nun höre ich aber, daß er nächstens auf urlaub geht, da wäre also wieder nichts. nachdem ich mich ein Paar tage umsonst hatte anfragen lassen, ließ mir fürst metternich gestern sagen, ich möchte heute zwischen 1 und 2 uhr hin- kommen, und als ich dieß that, ließ er sich mit seinen geschäften entschul- digen und mich bitten, Abends in seinen salon zu kommen, wo er mit mir sprechen würde. das war mir dann ziemlich unangenehm, weil ich voraus- sah, daß ich da nicht so lange und ungestört mit ihm werde reden können als in seinem cabinet, auf der andern seite ist es wieder gut, weil es mich autorisirt, wieder in seinen salon zu kommen und ihn so mehr als einmahl zu sprechen. Wie ich dachte, so geschah es, ich kam diesen Abend hin, wo ziemlich we- nig menschen waren, und bald darauf kam der fürst auf mich zu und nahm mich in die wohlbekannten nebenzimmer mit, wo wir auf und ab gingen, da sprach er dann so viel, daß ich kaum zu Worte kommen konnte, und als er fertig war, ging er mit mir in den salon zurück, und da war es dann aus, ehe ich noch Alles das, was ich zu sagen hatte, sagen konnte. doch versprach er mir zu wiederholten mahlen, sich der sache thätigst annehmen zu wollen, mit kübeck zu sprechen, mir durch die englische regierung empfehlungen zu verschaffen etc., im übrigen sollte ich nur mit hügel sprechen. er fragte mich, ob ich bereits mit kübeck gesprochen habe, und ich sagte ihm, wie gut er meine Pläne aufgenommen habe, von dem später vorgefallenen sagte ich mit vorbedacht nichts. Wir sprachen über die handelsverhältnisse zu jenen ländern, über Alles übrige aber konnte ich nicht mehr zu Worte kommen und auch nur so im fluge ein Wort über meinen Wunsch anbringen, einen diplomatischen charakter zu erhalten, so daß ich über diesen Punkt wie über den der zu erhaltenden Aufträge nun so viel weiß wie zuvor. ich will nun mit hügel (bey dem ich letztlich wieder war, um ihm mein mémoire an den fürsten zu zeigen) sprechen und auf eine soviel als möglich bestimmte Antwort drängen, und dann es noch ein mahl versuchen, den fürsten im salon abzufangen, damit ich, ehe ich abreise, etwas gewisses erfahre, denn davon wird es dann abhängen, ob ich von mailand aus mein urlaubsgesuch einbringe oder nicht. Wegen der geldunterstützung werde ich, das sehe ich schon, dießmahl hier nicht ins klare kommen, das ist aber auch nicht nöthig,
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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