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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
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2879. Mai 1842 genug daß ich sonst weiß, wie die Aktien stehen, daraus kann ich dann schließen, ob ich auf eine solche hoffen kann. Zu diesem ende habe ich noch einen andern bisher noch unausgekoch- ten gedanken, nähmlich mit erzherzog Johann zu sprechen, der die sache gewiß mit eifer auffassen würde. nur fürchte ich von der anderen seite, es könnte mich mit erzherzog ludwig, meinem obersten Bureaukratischen chef, in collisionen bringen. kurz, Wirrsaal und kein ende. sonst Bälle bey liechtenstein, schwarzenberg etc., belebte Praters, Wett- rennen usw., eine menge fremde, besonders aus Prag, hier anwesend, dar- unter mehrere alte Bekannte von mir, darunter carl schwarzenberg, Joseph kinsky, Albert Jedlinsky, Prinz holstein, erberg, sogar vincenz Auersperg (vinzi), der mir aber ganz verlegen ausweicht, meine tante sidi fünfkirchen hier sammt louise Praschma, die ich aber noch nicht gesehen habe. von gabrielle fleißig Briefe aus turin, wo die feste magnifique gewesen sind, sie wurde von könig und Braut sehr glänzend beschenkt etc.1 [Wien] 9. mai Abends Am tage nachdem ich mit fürst metternich gesprochen hatte, ging ich zu hügel, um ihm das mémoire zu übergeben, welches ich dem fürsten im sa- lon nicht überreichen konnte. Zugleich sprach ich mit ihm über das, was ich dem fürsten nicht hatte sagen können, d.i. über meinen Wunsch, Aufträge und einen diplomatischen charakter zu bekommen. hügel meinte, da oe- sterreich jene republiken nicht anerkannt habe (mit mexico sind wie der fürst mir sagte, wenigstens wegen errichtung österreichischer consulate gerade die verhandlungen im Zuge), so würde Beydes wohl kaum angehen, da es nicht in dem gange unserer Politik liege, Agenten auszusenden und er- ste schritte zu thun.2 (Auf gut deutsch heißt das warten, bis die gebratenen tauben ins maul fliegen, wobey man gewöhnlich verhungert). dabey deutete er an, daß nicht die staatskanzley mich, sondern daß ich die staatskanz- ley aufgesucht habe, daß von mir die idee ausgegangen sey und ich daher vom fürsten die Beförderung und unterstützung meiner reise, empfehlun- gen etc. erwarten könne, aber auch nicht viel weiter, wenigstens soviel ihm 1 Andrians schwester war anlässlich der hochzeit von erzherzogin Adelheid und kronprinz vittorio emanuele v. sardinien-Piemont in turin. 2 die mexikanische republik wurde von österreich durch einen vertrag v. 30.7.1842 aner- kannt, diplomatische Beziehungen wurden – nach einer kurzen Phase während der herr- schaft kaiser maximilians (erzherzog ferdinand max) 1864–1867 – mit mexiko erst 1901 aufgenommen, keine diplomatischen Beziehungen bestanden mit den anderen zentralame- rikanischen Staaten, die zwischen 1838 und 1841 aus der sich auflösenden Zentralamerika- nischen konföderation entstanden. in südamerika bestanden vor 1848 lediglich diplomati- sche Beziehungen mit Brasilien.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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