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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
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Tagebücher290 finden, für jetzt aber bleibt mir nichts Weiteres zu thun übrig, ebenso kann ich unter diesen umständen wegen einer pecuniären unterstützung begreif- licherweise keine schritte thun, dieserwegen vorläufig zu sondiren, will ich daher entweder Andern überlassen, z.B. flore, obwohl diese zu dergleichen diplomatischen verwendungen mir nicht sehr geeignet scheint, oder kann ich es auch vielleicht selbst thun, jedoch nicht jetzt gleich, da ich bisher immer hatte voraussetzen lassen, ich wolle ganz auf eigene kosten reisen. das kann dann auch brieflich geschehen, die hauptsache ist daher nun, das nöthige geld zusammen zu kriegen, habe ich das, so reise ich, denn einer aufmun- ternden theilnahme von seiten der regierung bin ich gewiß, und somit dürfte das übrige sich finden. nur hartig, bey dem ich heute war, um meine vorläu- fige Abschieds-visite zu machen, beharrt bey seiner meinung. ich war gestern Abends wieder bey metternich in der hoffnung, ihn wegen der gewünschten courierreise nach Berlin zu sprechen. dieß war aber nicht möglich, ich will es nochmals versuchen, habe aber geringe hoffnung auf erfolg, er sitzt immer entweder bey damen oder geht mit diplomaten etc. ins nebenzimmer, und ihn abzufangen ist daher kaum möglich. doch freut es mich, nun Zutritt in seinen intimen Zirkel gefunden zu haben, leider zu spät. ihm aber mein Anlie- gen durch einen dritten vortragen zu lassen, scheint mir nicht passend. Wir werden sehen. Auch möchte ich in geeigneter Weise auf den strauch schlagen, ob mir nicht auf kosten der regierung ein Botaniker oder mineralog mitgege- ben werden könnte. das soll mir dazu dienen zu erforschen, ob von seiten der regierung irgend ein geldopfer in dieser hinsicht zu erwarten stünde. unter diesen umständen habe ich hier nichts weiter zu thun und werde wohl in circa 8 tagen abreisen, wahrscheinlich mit Arthur Pallavicini, mit ihm nach münchen gehen, und während er da bey seiner schwester sitzt, nach stuttgart fahren, um dort mit cotta zu sprechen und zu sehen, ob sich mit ihm nach unserer correspondenz im verflossenen Winter irgend ein geldarrangement machen ließe. hier werde ich mir taugliche briefliche ver- bindungen ménagiren und das Weitere der Zeit, meinem glück und fortwäh- renden Bemühungen überlassen. endlich ist mein geschäft mit der sparkasse in ordnung, durch ganz besondere Protektion und nicht ohne schwierigkeiten hat sie mir gestern das Anleihen von 18.000 fl. bewilliget. die effective Auszahlung des geldes kann ich aber hier nicht abwarten. da es mit der Ausspielung von Papa- riano nichts ist, so habe ich ohnehin den verkauf des gutes beschlossen und deßhalb von hier aus das nöthige eingeleitet. durch die pfiffigen delmestry, senigaglia und Andere. Wegen des elenden lehens Werburg werde ich doch, nach reiflicher über- legung und hauptsächlich, um die mit der Ansässigkeit in tyrol ebenfalls verbundenen ständischen und sonstigen vorrechte (z.B. stiftungen, kon-
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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