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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
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29320. Mai 1842 Begierde, mexico und centralamerica zu besuchen, und arbeite schon seit lange daran, dazu von der regierung unterstützt zu werden. da es nun zu spät ist, mit ihm in persönliche verbindung zu treten, so will ich, und beauf- tragte eben hocheder, briefliche verbindungen zwischen uns anknüpfen, und will dann, wenn ich im herbste, oder wenn die sache zur vollen reife gediehen seyn wird, wieder hieher komme, persönlich mit ihm bekannt werden. denn in jedem falle kann er mir, auch durch seine stellung, nützlich seyn. heute war ich bey Weikersheim, der von seiner reise zurück ist, er bestä- tigte mir, daß die Börsedeputation in triest jene sehr ausführliche vorstel- lung an die hofkammer gerichtet habe, die nun schon hier seyn müsse. das muß ich noch morgen vor meiner Abreise benützen und zu eruiren suchen. übrigens berichtete er mir nur günstiges von der stimmung triests und graf stadions. Auch mit ihm will ich in brieflicher verbindung bleiben. überhaupt will ich mir hier und auch in triest soviele correspondenzen und verbindungen zu meinem großen Zwecke ménagiren als nur möglich, und dann reise ich in gottes nahmen ab, was ich zu wissen brauche, weiß ich, und nun gibt es einen einzigen, wiewohl großen, Anstand, das geld, und mir dieses zu verschaffen, will ich nun trachten, doch kann dieses eben so gut aus der ferne geschehen, da ich nun persönlich hier doch nicht wohl anklopfen könnte, da man mir doch nicht genug Aufmunterung gegeben hat, um daß ich sagen könnte: ihr wollt, daß ich reise, also zahlt mich, es kann daher eine unterstützung von staats wegen nur durch hofgunst erreicht werden, wobey ich aber indirekte mehr als persönlich auswirken kann, oder in einiger Zeit, falls sich günstigere verhältnisse zeigen sollten. doch aber steht mein entschluß fest, und fester als wie ich hieher kam. mein Wunsch, eine courierreise nach Berlin zu erlangen, ist an der un- möglichkeit, mit dem fürsten metternich in eine conversation tête à tête zu kommen, gescheitert. dagegen both mir graf hartig, als ich gestern im salon meine Abschiedsvisite machte, ganz unerwartet seine dienste an, falls ich sie in meiner Angelegenheit brauchen sollte, wird wohl nur Phrase seyn, aber ist doch immer gut. gestern war hofdéjeuner in den glashäusern, sehr schön, ich sprach ziemlich lange mit kaiser und kaiserinn und noch viel länger mit erzherzog carl, dessen conversation wie immer geistreich und anregend war. Auch sprach ich lange mit Baron ottenfels über meine reise, woran er vielen Antheil zu nehmen schien. heute, als ich der gräfin khevenhüller meinen Abschiedsbesuch machte, führte sie mich zu erzherzogin marianne hinein, die ich viel besser und hüb- scher fand als ich dachte, sie kam mir vor wie ein krankes kind.1 später 1 erzherzogin maria Anna (1804–1858), eine tochter von kaiser franz, lebte zurückgezogen in schloss hetzendorf.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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