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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
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Tagebücher296 Am 23. frühstückten wir in enns, aßen etwas in lambach und des Abends, während unsere Pässe vidirt wurden, in Braunau, wo mir ein schaf von einem kellner statt des verlangten thees meinen degen aus dem Wagen brachte, es war auch heute eine afrikanische hitze, so daß mein gesicht von derselben ordentlich wund und geschwollen war. endlich gestern den 24. nach 9 uhr morgens kamen wir nach münchen, ich stieg im goldenen hirschen ab, Arthur fuhr zu seiner schwester Arco, die mich sogleich zu tische bitten ließ. mein erster gang, nachdem ich meine Ablutionen etc. beendiget hatte, war in die litterarisch-artistische Anstalt von cotta, um zu erfahren, wann und wo ich cotta oder einen seiner ge- walthaber treffen würde, ich fand dort einen jungen mann, dem ich so im Allgemeinen und oberflächlich von dem sprach, worüber ich mit cotta ins reine zu kommen wünschte. er sagte mir, cotta sey eben in stuttgart, sein Associé roth, welcher die seele des ganzen geschäftes zu seyn scheint, aber in leipzig abwesend, hinsichtlich meiner Anträge meinte er, würde ich am besten thun, vorerst mit den redacteuren der Allgemeinen Zeitung und des Auslandes,1 welche beyde in Augsburg wohnten, zu sprechen, und hierauf, falls sie es für nöthig hielten, nach stuttgart zu gehen. mein zweyter gang war auf die Post, um über die eilwagenverbindun- gen mit stuttgart etwas zu erfahren, denn dahin zu gehen war noch immer meine Absicht, bey der entsetzlichen langsamkeit und schlechten organisi- rung der bayerischen eilwägen erfuhr ich aber wenig tröstliches, besonders da ich hinsichtlich der Zeit gebunden bin und längstens bis samstag den 28. mittags zurück seyn mußte, um des Abends mit Pallavicini weiter fahren zu können, und so war denn meine Absicht, diese eilwägen bloß auf dem hin- wege zu benützen, auf der rückfahrt aber die Post zu nehmen. nachher flanirte ich ein bischen herum in dem langweiligen münchen, welches so leer und öde ist und dabey so spießbürgerlich, mir wirklich odios, wollte zu irène Arco gehen, die ich aber nicht antraf, und machte endlich gegen 2 uhr, so früh war die stunde gegeben, meine toilette und ging zu Arco’s. irène fand ich, seit ich sie 1839 bey salzburg gesehen, nicht geändert, sehr schön trotz ihres embonpoints und recht apetitlich, ihren mann, dessen Bekanntschaft ich eigentlich erst machte, einen sehr gemüthlichen guten menschen, wir hatten ein charmantes kleines diner en famille, d.h. bloß wir 4, und schwätzten auch noch nach tische eine ganze stunde lang von alten und neuen Zeiten, von Wien, münchen etc. meine mysterieuse stuttgarter reise, deren grund ich ihr natürlich nicht sagte, schien irène sehr zu intri- guiren, auf der andern seite machte ich mir den spaß, von felix lichnowsky 1 das Ausland. ein tageblatt für kunde des geistigen und sittlichen lebens der völker, er- schien seit 1828 – so wie die Allgemeine Zeitung – in Augsburg im verlag cotta.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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