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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 317 -
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31711. August 1842 deutschen vaterlandes erzählen und speciell über den fortgang deutscher Auswanderungs- und colonisationsvereine. nach meinen letzten Briefen aus Wien sind die friedrichsthal’schen kisten endlich ausgepackt und je- doch noch in ziemlicher unordnung aufgestellt worden, es haben sich da- bey erläuternde manuscripte gefunden, und so wird jetzt an deren ordnung gearbeitet, worauf sie wohl die regierung an sich kaufen wird. leider hat natterer seines vorgerückten Alters halber die idee aufgegeben, America wieder zu besuchen, doch nimmt er lebhaften Antheil an meinen Projekten und wünschte besonders, daß ich meine Aufmerksamkeit auf die amerika- nischen ursprachen, von denen er schon über 90 gesammelt hat, wenden möchte. seine sammlungen will er mir bey meinem nächsten Aufenthalte in Wien mittheilen. von campe noch keine Antwort, doch erwarte ich nächster tage eine ka- tegorische zu bekommen. erzherzog stephan ist seit einigen tagen hier, zu- getheilt wurde ihm bisher niemand, er besucht alle Ämter, wiewohl ziemlich flüchtig, gestern war er bey uns und also auch bey mir, jedoch war unsere unterredung zwar sehr freundlich, aber ganz kurz, und roulirte wie natür- lich nur über officielle gegenstände. Aufwartungen nimmt er nicht an, doch aber hoffe ich: im laufe seines hiesigen verweilens gelegenheit zu finden, ihm von meinem vorhaben zu sprechen. [mailand] 11. August heute nachmittags ist erzherzog stephan fort, er war die ganze Zeit seines hiesigen Aufenthaltes so sehr mit dem Besuchen öffentlicher Anstalten be- schäftigt, daß nicht daran zu denken war, ihn ohne ein besonders gestelltes Begehren sprechen zu können, ich ließ ihn daher durch gabrielle bitten, mir eine stunde zu geben, was dann gestern in der frühe geschah. ich erzählte ihm also da von meinen reiseplänen, von den resultaten meiner letzten reise nach Wien und endlich von der nothwendigkeit, in der ich mich be- fände, vom staate eine unterstützung von 6–8000 fl. anzusuchen. er ging mit großem eifer und interesse in die sache ein, versprach mir unaufgefor- dert, an graf kolowrat, der in allen geldangelegenheiten die oberste Auto- rität sey, davon zu schreiben, und bey seiner rückkehr nach Wien, mitte oktober, mit ihm darüber zu sprechen und mir dann dessen Antwort etc. schreiben zu lassen, er meinte, die sache würde gehen, und versprach mir seine hohe mitwirkung, wir sprachen ziemlich lange und ganz von der leber weg über diesen gegenstand, und er machte einen äußerst vortheilhaften eindruck auf mich, durch die ungezwungenheit seiner manieren und be- sonders durch die richtigkeit, womit er gleich im Augenblicke meinen vor- trag auffaßte. gestern Abend war er zum Abschiede in monza und erzählte da gabrielle unsere unterredung, und versprach ihr wiederholt und unauf-
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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