Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 318 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 318 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I

Bild der Seite - 318 -

Bild der Seite - 318 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I

Text der Seite - 318 -

Tagebücher318 gefordert, die sache mit allem ernste zu betreiben. Was mir aber minder freude macht, ist, daß er davon auch dem vicekönig, wenigstens der erzher- zoginn mutter und tochter sprach,1 von denen der vicekönig es daher gewiß erfährt, ich muß nun daran denken, wie ich diese scharte auswetzen soll, besonders da ich nun doch wieder an meinen langweiligen gubernialsekre- tairsgesuche rütteln und daher nächster tage zu ihm gehen muß. Après tout, même demnach ein großer schritt geschehen, und nun hoffe ich das Beste, eine unterstützung wie die erzherzog stephan’s, und diese ist mir bey seinem charakter gewiß, kann nicht ohne früchte bleiben. ein anderes incident, welches ebenfalls seine folgen haben kann, hat flore in diesen tagen hervorgerufen, sie hat nämlich den neapolitanischen gesand- ten in Wien, ramirez, mit dessen frau sie sehr liirt ist, bewogen, sich zu verwenden, damit mir auf der neapolitanischen fregatte, die im november die neue kaiserinn von Brasilien dahin führen soll, ein Platz eingeräumt werde.2 da er selbst nach neapel gereist ist, so will er das ding dort versu- chen. ohne zu wissen, ob ich es fürchten oder wünschen soll, lasse ich den erfolg oder nichterfolg dieser intrigue an mich kommen, und bin neugierig, wie sich das entwickeln wird. Weder von campe noch sonst wem der vielen Buchhändler, an die mein hiesiger geschrieben, ist bis dato eine Antwort da, wie erklärt sich das? es beunruhigt und ärgert mich, übrigens geht es mit der copierung und correc- tur immer vorwärts. mir ist aber gerade jetzt bey der kannibalischen hitze so bang und ängstlich hier zu muthe, und ich habe soviel und vielerley ge- danken im kopfe, daß ich diese tage aufs land hinaus muß, sonst wird mir ganz jämmerlich, dort muß ich auch wegen cotta, kolb und des ihm verspro- chenen Artikels das nähere überlegen. die stadt mailand hat sich für den erzherzog stephan nicht sehr in foris gesetzt, und doch hat er allgemein einen vortrefflichen eindruck gemacht, doch war es hier bekannter als sonst wo, wie eifersüchtig der vicekönig auf sein Ansehen und seine Popularität ist, und daher blies der Wind von oben gegen alle besonderen ehrenbezeugungen. die einzigen öffentlichen spekta- kel, denen er beywohnte, waren eine Produktion der hiesigen Pompiers, eine Art von fest und Preisverteilung in der neu errichteten schwimmschule, deren ziemlich mittelmäßiger discipulus auch ich bin, und endlich eine vor- stellung des ludeo im teatro filodrammatico, welche sehr glänzend ausfiel. 1 gemeint sind wohl erzherzogin elisabeth, die gattin des vizekönigs erzherzog rainer, und ihre tochter maria. 2 Prinzessin theresa, eine schwester von könig ferdinand ii. beider sizilien, heiratete am 4.9.1843 kaiser Pedro ii. von Brasilien.
zurück zum  Buch „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I"
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“