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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 331 -
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33114. Oktober 1842 von einer außerordentlichen gentleness und Anmuth, wir lieben uns sehr, aber leider sehr tugendhaft, und es hat keinen Anschein, als ob dieses an- ders werden wolle, was ich auch nicht besonders betreibe, um nicht hiedurch in verpflichtungen und verwickelungen zu gerathen. mein Avancementgesuch, um von Allem, selbst dem unbedeutendsten zu sprechen, ist endlich wieder flott geworden und scheint dießmahl einer na- hen und günstigen entscheidung entgegen zu gehen, nicht so meine reise- projekte, die mir doch viel näher am herzen liegen. diese sind so ziemlich stationär geblieben, und werden es wohl auch, bis erzherzog stephan nach Wien zurückkömmt, was nicht vor Anfang november seyn wird, ich erwarte noch immer die Antwort kolb’s auf den Brief, welchen ich ihm vor ungefähr 4 Wochen als Antwort auf seine mir durch herrn v. minutoli überschickten Zeilen schrieb, auch die Antwort des herrn v. Werner aus Würtemberg läßt noch immer auf sich warten, doch habe ich sie in diesen letzten tagen be- trieben, von triest und Wien aus sind mir die verlangten Arbeiten über die österreichischen handelsverhältnisse zu America zugesichert worden, und ich sehe nun täglich ihrem eintreffen entgegen. Auch der verkauf von Pa- pariano scheint in gang gebracht zu seyn. der pivot, um den sich jetzt alle meine Bemühungen drehen müssen, ist die geldunterstützung von seiten der regierung, als conditio sine qua non, dazu ist nun der einzige, dabey aber auch zugleich der beste Weg, die fürsprache erzherzog stephans bey graf kolowrat, welche mir jener versprochen hat und ohne Zweifel auch er- füllen wird. doch um dieser fürsprache den gewünschten effekt zu sichern, müßte ich suchen, kübeck von der nützlichkeit meines Anerbiethens zu durchdringen, indem ohne Zweifel das erste und nächste, was kolowrat über des erzherzogs vortrag thun wird, darin bestehen wird, mit Baron kübeck darüber rücksprache zu nehmen, ich sinne nun über diesen Punkt nach und werde wahrscheinlich in diesen tagen an Baron geringer schrei- ben. Wenn nur nicht Alles gar so langsam ginge. mein Buch müßte nun bald erscheinen, ich bin nun, da mich andere ge- danken beschäftigen, ziemlich gleichgültig dafür geworden, unangenehm ist mir der Aufschub, den die Publikation erlitt, indem seit der Zeit, als ich es niederschrieb, sich besonders in der finanzverwaltung manches zugetragen hat, und ich daher heute nicht mehr ganz so urtheilen würde wie damals, daher ließ ich auch vor einigen monathen an campe schreiben, er möge in ei- nem kurzen Buchhändler vorworte dieses Aufschubes, als durch eine reihe von Zufälligkeiten veranlaßt, erwähnen. die ganze sache ist übrigens ein neuer Beleg zu der alten Beobachtung, daß der mensch seine Wünsche ge- meiniglich erst dann erreicht, wenn ihm daran nichts mehr gelegen ist. mit welcher spannung, mit welchem interesse hätte ich noch vor einem Jahre die erscheinung eines Werkes begleitet, die mich nun, da sie imminent ist,
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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