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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 347 -
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3474. Jänner 1843 Anfangs für die revolution, weil es von unserer hasenfüßerey überzeugt seyn konnte, daß wir uns in diesem Jahre nicht für den abgesetzten für- sten auszusprechen wagen würden, und nun, da es uns zur unthätigkeit gebracht hat, tritt es auf in der ganzen entschiedenheit einer schutzmacht, und sichert sich dadurch einen ausschließlichen Einfluß auf die künftige regierung serbiens und gibt dem wankenden throne des sultans wieder einen neuen und schmerzhaften stoß.1 o großer staatsmann clemens Wen- zel lothar! o sancta simplicitas. erhebend aber ist die allgemeine Begeisterung, womit die rheinlande dem so eben zum Professor in Bonn ernannten dahlmann allenthalben ent- gegenkommen.2 die Worte, welche bey den ihm zu ehren veranstalteten festmahlen in Bonn und cöln, auch von regierungsbeamten, gesprochen worden sind, werden drohend und erschütternd in den ohren des ehr- und wortbrüchigen ernst August in hannover wiederhallen und ihn erinnern, daß wenn auch leider die deutsche langmuth sich vorerst seine gewalt- streiche hat gefallen lassen, doch einmahl, und wäre es nicht früher, nach seinem tode, ein Ausbruch unvermeidlich ist. [mailand] 4. Jänner 1843 die letzten Jahrestage schickte mir die Buchhandlung tendler und schae- fer das exemplar meiner endlich bey campe gedruckten schrift, welches mittelst Post für mich angelangt war. ich habe es seitdem genau mit ver- gleichung meines manuscriptes durchgegangen und bin heute damit fertig geworden. die typographische Ausstattung ist sauber, wenn auch nicht so wie ich es gewünscht hätte, doch war ich mit der correctheit des druk- kes nicht ganz zufrieden. Ziemlich viele und darunter auch verschiedene sinnstörende druckfehler, was aber unangenehmer als dieses ist, alle Ab- schnitte und ruhepunkte, welche ich doch in meiner Abschrift klar ange- deutet hatte, sind weggelassen, und die ganze schrift geht ohne unterbre- chung und Absatz in einem Zuge fort, was dem leser, welcher nicht voraus weiß, wo er das Buch des Zusammenhanges [wegen] unbeschadet wegle- gen kann, bedeutend beschwerlich fallen muß. kurz man sieht es dem Bu- che an, daß es in weiter entfernung und ohne mitwirkung des verfassers gedruckt wurde. Was ich nebstdem noch bedauere, ist, daß campe trotz 1 Zum umsturz in serbien vgl. eintrag v. 29.10.1842. 2 friedrich christoph dahlmann hatte am 18.11.1837 gemeinsam mit sechs kollegen an der universität göttingen (göttinger sieben) gegen die Aufhebung der verfassung durch den neuen könig ernst August von hannover protestiert. darauf wurden alle sieben Professo- ren enthoben und dahlmann gemeinsam mit zwei weiteren des landes verwiesen. nach dem regierungswechsel in Preußen erhielt dahlmann 1842 eine Professur für deutsche geschichte und staatswissenschaften in Bonn.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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