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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 382 -
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Tagebücher382 mit meiner reise nach triest ist es für nun définitiv nichts. dieselben hindernisse dauern noch fort, der vicedelegat heilt nur langsam, ein alter esel (aber ein junger ehemann) von kollege von mir, carcano, hat eine fin- gerkrankheit und wird sich diesen müssen operiren lassen, und am 8. may fängt die rekrutirung an, die wohl mich treffen dürfte. mein Aufsatz über unsere handelsbeziehungen zu America steht in der Allgemeinen Zeitung vom 12. dieses monats, daher wurde er unmittelbar nach seinem eintreffen in Augsburg gedruckt, indem ich ihn erst am 5. hier auf die Post gab. Wir wollen nun sehen, ob und welche erwiederung er in triest und von seiten der ostindischen Phantasten hervorruft.1 übrigens hat mir kolb noch nicht geantwortet, und ich weiß daher noch nicht, ob sich dr. list dazu verstehen wird, mir die begehrten materialien mitzutheilen, nota bene wenn er sie besitzt. [mailand] 1. mai heute erhielt ich Briefe und sendungen aus Wien hinsichtlich „oesterreichs und seiner Zukunft“. ich erfahre daraus, daß das Buch in Wien furore ge- macht hat und noch macht, daß auch die 2. Auflage bereits vergriffen ist, und man in Wien allein über 600 exemplare abgesetzt hat, daß die regie- rung große Aufkäufe machte, strenge nachspürte und sogar sehr hochste- henden Beamten die erlaubniß zum Bezuge, ganz gegen gewohnheit, ver- weigerte, sie soll sich aus hamburg die campe’schen versendungslisten dieses Buches verschafft haben. das führt jedoch zu wenig oder gar keinen entdeckungen.2 campe schreibt, daß ihm ein Buch: seitenstück zu oester- reich und seiner Zukunft, angebothen worden, er aber der undeutschen sprache wegen (ein närrischer kauz!) dessen druck abgelehnt habe. er schickt eine Abschrift des vorwortes, worin dieser schrift (nämlich „oester- reich und seine Zukunft“) auf das ehrenvollste gedacht wird. Beygelegt waren 4 nummern der Politisch-kritischen Blätter aus ham- burg (redaction: niebuhr und Wienbarg3) worin die schrift in einem aus- 1 vgl. dazu eintrag v. 9.4.1843. in diesem Aufsatz hob Andrian die Perspektiven des Ame- rikahandels für triest hervor: „triest wird in einer nicht mehr fernen Zeit dahin gelangen nicht nur für die österreichische monarchie, sondern auch für einen bedeutenden theil unsers großen deutschen vaterlandes die Ausfuhr nach der neuen Welt zu vermitteln.“ 2 informiert wurde Andrian durch einen Brief des Buchhändlers Welsch aus Wien v. 18.4.1843 (k. 114, umschlag 663): „man sagt hier, die P… habe sich die versendungsliste sämtlicher exemplare in hamburg zu verschaffen gewußt, ob hierin etwas Wahres ist, weiß ich in der that nicht zu bestimmen, ich wünsche es wenigstens nicht, jedenfalls erfor- dert die Angelegenheit vorsichtige und delikate Behandlung!“ 3 die Zeitschrift „hamburger literarische und kritische Blätter“ wurde von Johann friedrich niebour (nicht niebuhr) und ludolf christian Wienbarg herausgegeben.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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