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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 387 -
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38728. Mai 1843 mit der eisenbahn nach venedig wird es nun endlich nach den in der ge- neral-versammlung zu venedig am 24. vorigen monats gefaßten Beschlüs- sen ernst, und die verakkordirung der 2 ersten sectionen von hier aus ist ausgeschrieben. mit dem sinelli’schen Attentate auf den vicekönig macht sich die Polizey nach ihrer gewohnheit unnöthig viel zu schaffen, es wurden in allen kirchen tedeums gelesen, und gestern, nach erfolgter rückkehr des erzherzogs aus turin, war beleuchtetes theater, welches übrigens voller, und der Beyfall lebhafter war, als ich gedacht hatte. vorgestern erhielt ich einen Brief von mrs. horrocks mutter, welche mir ganz vertraulich und als handle es sich von der abgemachtesten sache in der Welt, mittheilt, daß sie wahrscheinlich bald nach Australien absegeln werde, daß ich also vorher Auguste heirathen möchte, und zwar wo ich wollte, in frankfurth, Paris, oder Brüssel, sie würde dahin kommen. Auguste habe jetzt nicht viel, würde aber bald sehr wohlhabend werden, indem John eine herde von 7000 schafen in Australien habe etc. ich muß nun an eine zierli- che Antwort denken. salons geschwätz: die flucht emile Belgiojosos aus Paris mit der com- tesse de Plaisance, Julie samoyloff’s finanzverlegenheiten und negotiatio- nen mit ihrer Ziehtochter Ahsbahs, die schwierigkeiten dieser letzteren, ei- nen vormünder zu finden, um sich großjährig sprechen lassen zu können, die fortdauernde krankheit erzherzog carl ferdinands, sophie hatzfeld’s geschichten in neapel und ihr plötzliches erscheinen in münchen, wo sie den jungen Bassenheim von seiner heirath abbringen wollte, sich aber dann abkaufen ließ,1 der lebensgefährliche sturz léon rzewuski’s in Wien. das hiesige jährliche Wettrennen auf der Piazza d’Armi hatte in verflosse- ner Woche statt und fiel recht hübsch aus. [mailand] 28. mai endlich wird es ernst mit meiner reise nach triest, nächsten freytag am 2. Juny fahre ich ab, über venedig, und komme auf demselben Wege am 12. früh wieder hier an. Alle Anstalten sind bereits getroffen, und wir wollen sehen, was da herauskommen wird. gabrielle reist morgen ab, die erzher- zoginn, welche noch immer in turin ist, hat ihr urlaub gegeben, um ihrer gesundheit wegen nach carlsbad zu reisen, da auch sie und der ganze hof 1 graf hugo Philipp Waldbott von Bassenheim heiratete am 27.2.1843 Prinzessin karoline, die tochter des bayerischen staatsrats und ehemaligen innenministers ludwig fürst oet- tingen-Wallerstein. Sophie Gräfin Hatzfeld lebte getrennt von ihrem Gatten Graf Edmund gottfried, einem „sardanapalischen Wüstling“, die ehe wurde aber erst 1851 nach einem langen rechtsstreit geschieden. ihr Bevollmächtigter in diesen verfahren war ferdinand Lassalle; vgl den Eintrag in Neue Deutsche Biographie. Bd. 8 (Berlin 1969) 67f.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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