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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
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3919. Juni 1843 speiste. der nachmittag verging unter abermaligen fruchtlosen versuchen Waldstein zu finden, und verschiedenen andern Geschäften, darunter ei- nes, bey meinem alten commissionär, dem guten alten esel tuzzi, geld zu erheben. Abends war ich im theater bey Wimpfen, mit dem ich dann auf die Bühne ging, um der schönen gefeyerten ristori meinen kratzfuß zu ma- chen. hinsichtlich meines hauptgeschäftes wäre dieser tag also herzlich so gut wie verloren. dafür werde ich aber morgen frühe zu Waldstein und dann zu stadion gehen, der bereits durch Wimpffen von meiner Ankunft weiß. venedig 9. Juni früh nach zwey sehr beschäftigten tagen bin ich nun wieder hier und habe erst wieder Zeit, über das erlebte Bericht zu erstatten. vorgestern am 7. ging ich denn ziemlich früh zu Waldstein, welchen ich endlich und zwar im Bette fand, da er schon seit einiger Zeit unwohl ist. Wir sprachen lange über den gegenstand meiner reise, und er wiederholte mir, daß stadion mit meinen reiseprojekten nach America ganz einverstanden sey, auch aus meinen Briefen eine vortheilhafte meinung über mich gefaßt habe, jedoch der Ansicht sey, daß er mir viel nützlicher seyn könnte, wenn die sache von Wien aus zur Äußerung an ihn käme, als wenn er sie motu proprio in Antrag bringen sollte. nun war es aber eben der Zweck meines Besuches in triest, stadion dahin zu vermögen, daß er ein mémoire von mir annehme, worin ich ihm den Zweck und die Bedingungen meiner reise aus- einander setzte, und dieses dann an Baron kübeck mit einem geeigneten fürworte befördere. um mittag kleidete sich dann Waldstein an, um mich zum gouverneur zu führen, wir mußten eine Zeit lang im vorzimmer war- ten, und kamen dann hinein. W. stellte mich vor und empfahl sich sogleich. Stadion empfing mich sehr freundlich, fing aber gleich damit an, ich möchte morgen bey ihm essen, weil wir dann die sache mit muße bespre- chen könnten, was ihm jetzt bey den vielen leuten, die im vorzimmer war- teten, nicht möglich sey. Ich stellte daher für jetzt an ihn nur eine vorläufige frage, nämlich ob und wo ich in triest einigermaßen befriedigendere Auf- schlüsse über den Zustand unserer inländischen industrie erhalten könnte, als ich bisher trotz aller mühe hätte sammeln können. und darüber gerie- then wir in ein ziemlich langes gespräch über die schwierigkeiten, sich bey uns diese statistischen notizen zu beschaffen, über die fruchtlosen ämtli- chen und außerämtlichen schritte, die er selber zu diesem Zwecke gemacht habe, und wie es in oesterreich niemand gebe, der solche kenntniß nur einigermaßen vollständig besitze. das tröstete mich, indem es mir bewies, daß ich in meinen schritten noch glücklicher gewesen als viele Andere. er verbreitete sich über seine Absichten, diesem übelstande abzuhelfen und
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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