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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 395 -
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39513. Juni 1843 Wir sprachen dann noch lange hin und her, um die Art zu kombiniren, wie dieses am Besten einzurichten wäre, und darüber wurde es 9 uhr, wir gingen aus, und ich empfahl mich, nachdem er mir noch versprochen hatte, mir die Berichte erichsens über unsere industriezustände etc. mitzutheilen. meine mission in triest war dann so ziemlich beendiget, ich wußte, wieviel oder vielmehr wie wenig da zu erfahren war, ich hatte die Ansicht des gou- verneurs und die der aufgeklärtesten matadors der handelswelt vernom- men, und somit konnte ich gehen, ich war noch bis zum letzten Augenblicke gefaßt, länger zu verweilen, wenn es die umstände erfordert hätten. so aber war ich um 10 uhr auf dem dampfboote und tages darauf, heute, nach einer herrlichen fahrt um 6 morgens in venedig, ich machte vormit- tags einige Besuche und emplettes, schrieb lange und aß um 5 uhr bey mar- mont mit Willerstorf, einem jungen, wie man sagt, sehr ausgezeichneten, marineoffizier und director der sternwarte im hiesigen marinecollegium.1 da es schlecht Wetter wurde, blieben wir bis 8 uhr beysammen, und die Zeit verfloß schnell, da er ein sehr angenehmer erzähler ist. dann wurde auf den marcusplatz gegangen, wo ich durch Pascotini die Bekanntschaft Jane’s Pal- lavicini-nugent, der freundin gabrielle’s machte, dann ging ich zu thurn, wo große rout war, amusirte mich eine Zeit lang, der schönen reviczky die cour zu machen, hierauf zu soranzo, welche ebenfalls heute empfing, und endlich, das Angenehmste, nach hause. die venezianer halten keine längere Bekanntschaft aus als einen, höchstens zwey tage alle 4–5 Jahre, heute, am dritten tage, fingen sie schon an mich herzlich zu ennuyieren. mailand 13. Juni Am letzten tage meines Aufenthaltes in venedig, samstag den 10., reg- nete es beynahe beständig, ich war daher meistens zu hause und schrieb, vor Allem an erzherzog stephan, nach stadions Anleitung, um ihn zu bit- ten, daß er kübeck dahin vermöge, mein gesuch, welches demnächst nach- folgen sollte, unmittelbar zu stadion zu leiten, statt es den gewöhnlichen Weg gehen zu lassen, dann ein einbegleitungsschreiben und instruktionen an gabrielle, ebenso an öttl in triest und endlich an Papsch, den redak- teur des deutschen lloyd, Alles in derselben Angelegenheit. ich aß auch zu hause und war überhaupt nur ein Paar stunden aus, theils um einige com- missionen zu machen etc., theils in resi thurn’s Atelier, welche eben an einem wirklich schönen Bilde, den heiligen ferdinand von Aragonien vor- stellend, für eine kirche in venedig arbeitet. vor der Abfahrt ließ ich mich 1 der spätere Admiral, marinekommandant und handelsminister (1865–1866) frh. Bern- hard v. Wüllerstorf-urbair leitete von 1839–1848 die marine-sternwarte und unterrichtete Astronomie und nautik an der marineakademie in venedig.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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