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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
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39725. Juni 1843 ins italienische übersetzt, und in Wien wird an 2 entgegnungen desselben gearbeitet, die eine im aristokratischen (?) sinne von einem grafen val- lieri (?), die andere im gouvernementalen von einem Hofrath Hoffinger (?). die regierung war äußerst ängstlich das Werk zu unterdrücken, kaufte viele exemplare auf, veranstaltete untersuchungen, gab ausdrückliche Weisungen an den grenzen und schickte sogar einen eigenen commissär nach hamburg, alles ohne Wirkung. einige seitenschriften und Anhäng- sel, lauter „Zukunften“ sollen nächstens erscheinen. campe wird statt ei- nes honorars seine verlagsartikel unentgeltlich mittheilen. dagegen hat er sich gegen Welsch sehr erkenntlich gezeigt und ihm seinen eintritt als gesellschafter in die tendler’sche Buchhandlung (schaefer ist todt1) sehr erleichtert, und dieser wird nun nächstens erfolgen. ich hatte mir durch Welsch mehreres aus Wien und deutschland, vor- nehmlich hamburg, bestellt, welches auf unsere industrieverhältnisse und auf südamerikanische Zustände Bezug hätte. das meiste davon konnte er mir jedoch nicht mitbringen, sondern nur binnen möglichst kurzer Zeit ver- sprechen. hier ist stephanie troyer aus Brünn sammt mutter und cousine schaf- gotsch. montecuccoli sind ebenfalls schon lange hier. [mailand] 25. Juni es wird langsam, ganz langsam, sommer. erst seit wenigen tagen scheint sich das Wetter consolidiren zu wollen, und von hitze hatten wir noch keine spur. ich war letzthin ein Paar stunden in como, leider nur ein Paar stunden, denn die natur ist jetzt und besonders dort so schön, daß man Blut wei- nen möchte, hier sitzen zu müssen. Wir waren 8: Pachta, Woyna, Appel, lichtenstein, henikstein, neipperg, Ahsbahs und ich, die zusammen einen funkelnagelneuen eilwagen genommen hatten. unser Zweck war, die Be- leuchtung des Sees zu sehen, welche dem Vicekönige zu Ehren stattfinden sollte. dagegen erfuhren wir, als wir in como ankamen, daß sie erst tages darauf seyn würde, und sind nun dafür hier noch tüchtig ausgelacht wor- den. Wir machten daher dort ein vortreffliches Diner, und dann ging jeder seiner Wege: einige fuhren zu taglioni, was mir aber zu weit und beson- ders der sommerhitze wegen zu beschwerlich war, ich ging mit Pachta, 1 nach den Angaben in Peter r. frank, Johannes frimmel, Buchwesen in Wien 1750–1850. kommentiertes verzeichnis der Buchdrucker, Buchhändler und verleger (Buchforschung. Beiträge zum Buchwesen in österreich 4, Wiesbaden 2008) 193–195, wurde karl gustav Welsch erst 1846 teilhaber von verlag und Buchhandlung tendler & schäfer, worauf auch der firmenname in tendler & co. geändert wurde.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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