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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
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Tagebücher590 vouz avez été empêcher de etc. kurz olga zu heirathen. erzherzog stephan antwortete: Je ne suis pas mon maître je dois obéir aux ordres de son majesté. erzherzog stephan ist wieder hier, und ich will dieser tage zu ihm ge- hen, denn meine sachen stehen ganz schlecht trotz allen lärmens. inzaghy hat nämlich meine beyden gesuche, das vom Jahre 1844 und mein neue- stes, vorgelegt, hat aber dabey gesagt, daß ich durch letzteres mein ersteres zurückgenommen habe, da aber das letztere (zur hofkammer zu kommen) nicht in sein ressort gehöre und nebstdem nicht signirt sey, so enthalte er sich jeder Begutachtung desselben. Zugleich aber legte er seine im Jahre 44 bey gelegenheit meiner Zuweisung zur hofkzley mit dem erzherzog rainer über mich gepflogene correspondenz vor, welche für mich nichts weniger als schmeichelhaft seyn soll. Alles dieses erfuhr ich durch staatsrath Weiss, dem ich wie den andern staatsräthen dieser section meine visite machte. Weiss, mit dem ich eine unterredung von mehr als einer stunde hatte, sagte mir mit einer sauersüßen Bureaukratenmiene eine menge unangenehme dinge, scheint es aber dennoch gut mit mir gemeint zu haben, indem er mir nebst obigen détails noch eine menge instructionen gab, wie ich es machen müsse, um die sache wo möglich wieder in das rechte geleis zu bringen, denn sonst wäre der wahrscheinliche Ausgang der: daß beyde gesuche auf immer zu den Akten gelegt würden und ich so weit wäre wie zuvor, mieux die unangenehme schilderung des erzherzog rainer. ich ging noch am selben tage zu graf kolowrat, der aber wie gewöhnlich zerstreut und gehetzt war und mir daher sagte, ich möchte ihm das ganze in einem schriftlichen mémoire zusammenstellen, was ich auch that, und dieses mit einem schreiben an hofrath eckert begleitete. Wir wollen nun sehen, wie und ob diese mir heraus helfen werden. neipperg ist fort und hat mir ein manuscript da gelassen, dessen verlag ich wo möglich bey campe besorgen soll. es ist die phrenologische Analyse des dr. friedrich list durch castle.1 Wir waren am Pfingstsonntage mit e. Bethlen in Baden, doppelhof etc. es ist schon ziemlich leer, obwohl anderer- seits viel menschen aus den Provinzen hier sind, um der enthüllung des mo- numentes beyzuwohnen. Auch mimi Bujanovics wird hoffentlich kommen. Walmoden ist mit Woyciechowski hier und geht nächste Woche nach mari- enbad. Arcovalley und seine schöne frau sind ebenfalls hier. Am 22. ist nie- derösterreichischer landtag, wo eine menge wichtige sachen: ständischer Beyrath in allen regierungsmaßregeln, die das land betreffen, robothrelui- tion, Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeiten etc. zur sprache kommen sollen. 1 der hamburger verleger Julius campe lehnte eine veröffentlichung ab (campe an And- rian, 22.7.1846; K. 114, Umschlag 663).
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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