Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 649 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 649 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I

Bild der Seite - 649 -

Bild der Seite - 649 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I

Text der Seite - 649 -

64915. Jänner 1847 Wilczek (der mir einen sehr langen Besuch machte) einen ganz gescheidten menschen et bien pensant in meinem sinne, wieder ein Werkzeug mehr. An Bethlen ertheilte ich meine letzten instruktionen wegen Pulszky etc., ebenso an Welsch, doblhoff und verschiedene Andere. Am tage vor meiner Abreise hatte ich eine Art litterarisch-politische soiree bey doblhoff und Bauernfeld, welche nun alle 14 tage stattfinden sollen. es waren zugegen u.A. ferdi- nand colloredo, Breuner, hoyos, fries, castelli, l. frankl, sommaruga jun., feuchtersleben, dessauer, Baumann, vesque, etc., 20–30 Personen, die bey- den hausherren hielten einleitende vorträge, worauf bestimmt wurde, vor- aus anzukündigende Besprechungen über bestimmte gegenstände zu halten, und castelli fing dann auch sogleich an über thierquälerey und den von ihm beabsichtigten verein zu sprechen.1 ich verspreche mir manches von diesen versammlungen und freue mich darauf, sie in 2 monathen in voller entwik- kelung zu sehen, es ist immer ein element des fortschritts. freytag am 8. Abends um 7 uhr verließ ich Wien mit dem kourier, mit mir fuhr bis linz ein durch und durch praktisch gescheidter fabrikant (Pö- schel) aus dem innviertel,2 abermals ein mensch von meiner schule, von dort bis her ein alter französischer legitimist, mr. lorient, ancien inspecteur général des écoles primaires. sonst sah ich nichts als schnee, wo man hin blickte, namentlich bey salzburg. hier kam ich sonntag den 10. um 11 uhr Abends an und wohne im bayerischen hofe. in münchen haben sich seit 1842 wieder zahllose schöne gebäude erho- ben, wenn es dabey nur nicht so grimmig kalt (heute 15 °r.) und so glatt auf den straßen wäre! die leute sind außerordentlich artig gegen mich, und ich habe in den ersten 2 tagen nicht weniger als 5 einladungen zu diners erhalten, bey irène Arco, Arco valley, Bernstorff etc. letztere begegnete ich gestern auf der Promenade zu meiner großen freude und ging mit ihnen spatzieren, wobey wir dem könig begegneten, welcher auf sie zukam und lange mit ihnen sprach. Auch in einer Art club, stearin genannt, der aber in nichts Anderm besteht als einem geschlossenen speisezimmer bey havard, wo soupirt wird, führte mich Welden ein. vorgestern war eine maskirte Aka- demie, ein höchst dummer spaß im odeon etc. Zu hofe gehe ich nicht, da ich keine uniform mitgenommen habe. das hauptevenement ist die lola montez, sie dirigirt den könig, der mit den ministern bey ihr arbeitet, und ist dabey insolent gegen alle Welt. die libe- 1 der Wiener tierschutzverein („niederösterreichischer verein gegen mißhandlung der thiere“) wurde über initiative von ignaz franz castelli gegründet, das Proponentenkomi- tee konstituierte sich bereits im märz 1846. 2 Wohl der lederfabrikant Josef Pöschl [sic], der jedoch seine fabrik in rohrbach im ober- öster reichischen mühl- und nicht innviertel hatte.
zurück zum  Buch „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I"
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“