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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
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66918. März 1847 ploitiren möchten, um gewisse dinge durchzusetzen. erzherzog stephan will sich nun auf seine güter zurückziehen, es scheint mir unmöglich ihn fallen zu lassen, denn die regierung hat sonst niemand, der Palatinus wer- den könnte. die versammlung beyder Parteyen in Pesth am 15. dieses monats ist sehr versöhnlich ausgefallen. die opposition hat eine Antwort auf das frühere Programm der conservativen formulirt und als ihre hauptforde- rungen aufgestellt: 1. Besteuerung des Adels gegen ministerverantwort- lichkeit, 2. Ablösung der grundherrlichen rechte, 3. Abschaffung der Avi- ticität.1 Pulszky ist mein schreiben und das exemplar übergeben worden, welches e. Bethlen mit seiner gewöhnlichen indolenz solange hatte liegen lassen. Auch habe ich mit Andern gesprochen, um eine diskussion in den ungarischen und anderen Blättern zu veranlassen. das no 9 der grenzbo- ten hat übrigens schon einen langen Artikel über das Buch, welchen ich aber noch nicht gelesen habe.2 nebst jenem Artikel habe ich noch einen zweyten für kolb über die böh- mischen ständesachen und einen für die kölnerzeitung in derselben sache geschrieben und praeparire nun einige ausführlichere Besprechungen der einzelnen bey der hiesigen versammlung vorgekommenen gegenstände. gleichzeitig fängt meine persönliche stellung sich zu erweitern an, ich be- komme viele Besuche, der eine bringt mir ein manuscript, der andere erholt sich rat etc. moering hat mir einen folianten gegeben, den er über oester- reich geschrieben hat, viel geschwätz und Affektation, gar keine Bühnen- kenntniß, jedoch dazwischen manche werthvolle Perle. fürst lamberg, der ein wüthender landstand geworden ist, hat mir eine motion zur durch- sicht gegeben, die er zur verbesserung des schulwesens machen will. eine schande und ein spott ist unsere neue Anleihe, jetzt, bey dieser klemme des geldmarkts, 80 millionen, zahlbar in 6 Jahren!! dazu die hälfte in 2 1/2 percent Papieren, also im ganzen eine schuld von 120 mil- lionen für 80 millionen wirklich erhaltene kreirt, und jede möglichkeit der tilgung oder Zinsreduction ausgeschlossen! die contrahenten sagen es selbst, daß sie die Annahme solcher Bedingungen nicht begreifen können. kübeck scheint mir beynahe ein esel zu seyn wie die Anderen, nur ist er ein energischer esel. Wieder eine folge des mangels an Publicitaet! ich habe moering bewogen, darüber einen Artikel zu schreiben und diese gelobhu- 1 das feudale erbrecht, das den freien Besitz und veräußerung von grund und Boden ver- hinderte. 2 die grenzboten. Zeitschrift für Politik und literatur 6 (1847), i. semester, i. Bd., 399 f.: oesterreich und seine Zukunft, datiert Wien, ende februar. der Artikel ist gedruckt in rietra, Wirkungsgeschichte, 143f. und wird dort karl moering zugeschrieben.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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