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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 674 -
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Tagebücher674 ich habe die sehr interessante Bekanntschaft A. Auerspergs (A. grün) gemacht, welcher heute lange bey mir war und mir über krain und steyer- mark mittheilungen und materialien in ständischen sachen zugesagt hat, für steyermark habe ich auch mit königsbrunn, ständischen obereinneh- mers in grätz, einem wie mir schien sehr entschiedenen gebildeten alten Herrn, Verbindungen angeknüpft, enfin cela va son train, und der gute graf hartig wird noch manche andere ursache bekommen, über mich zu toben und zu rasen. gustav lerchenfeld habe ich neulich geschrieben und ihn unter andern um materialien und Aufschlüsse über die verfassung etc. der deutschen universitäten gebethen, auch dieser gegenstand dürfte bald zur sprache kommen. neulich war ich zum erstenmahle seit meiner rückkehr im salon met- ternich. meine ungarischen lektionen habe ich auch wieder aufgenommen. das Wetter ist so schön und warm wie im may, 14° r im schatten. hofrath Werner geht übermorgen nach Berlin, um dem könige vorzuwei- nen und ihn herumzukriegen. [Wien] 9. April fritz deym ist seit 8 tagen hier und geht morgen wieder fort, er hat mir eine menge Akten mitgebracht, unter andern den Bericht der commission zur Wahrung der ständischen rechte, welchen ich nun in Auszügen der Allgemeinen Zeitung mittheilen will. diese hat meinen Artikel über den bevorstehenden böhmischen landtag endlich gebracht, so auch die kölner Zeitung den, welchen ich ihr zusandte,1 und wovon neulich ein Auszug im Journal des débats stand, der hier viel Aufsehen machte. vielleicht schreibe ich nun nächstens einen französischen Artikel direkt für diese Zeitung, wel- che gar keine rücksichten zu beobachten und dabey eine sehr große ver- breitung in oesterreich hat. von moering habe ich einige durch mich veran- laßte Aufsätze an die grenzboten befördert, über den nothstand, das letzte Anlehen und endlich über meine schrift. über diese letztere brachte nr. 12 der grenzboten 2, eigentlich 3 Artikel, einen im rein büreaukratischen, den andern im bürgerlich-liberalen sinne, daher Beyde mir oder eigent- lich dem ständewesen feindlich, und endlich als eingang einen ziemlich schmeichelhaften Aufsatz kuranda’s, welcher damit beginnt, einige stel- len aus dem Briefe, womit ich die Zusendung eines exemplars begleitete, abzudrucken.2 Auch eine größere schrift „oesterreichs innere Politik“ ist 1 Allgemeine Zeitung v. 30.3.1847, 710, datiert Prag 12. März; Kölnische Zeitung v. 27.3.1847, datiert Prag 20. märz. 2 die grenzboten. Zeitschrift für Politik und literatur 6 (1847), i. semester, i. Bd., 516–523:
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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