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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
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Tagebücher680 ich nicht gesagt habe.1 Auf alles dieses werde ich zu seiner Zeit in einem längeren Artikel antworten. kolb schrieb mir neulich einen charmanten Brief. klagen seyen nicht eingelaufen, ich möchte ihm doch über den eindruck schreiben, den meine Artikel hier gemacht hätten. das will ich denn noch morgen thun und ihm überhaupt über die hiesige Physiognomie des momentes etwas mittheilen. erzherzog carl liegt in den letzten Zügen und wird die nacht kaum über- leben, eine celebrität weniger, wohl unsere einzige verdiente. Magnifique sind die preußischen Verhandlungen, und allgemein, selbst unter den ultra hofschranzen und Wiener dummköpfen erkennt man es an, schon diese Anerkennung ist für uns ein ereigniß, es gewöhnt die leute an die idee. nie hätte ich soviel politischen takt, soviele ruhe und doch gedankenschwung von ihnen erwartet! so ein schauspiel muß den deut- schen nahmen heben im Auslande und das nationalbewußtseyn unter uns. Wir wollen nur hoffen, daß sich die sache bis zu ihrem ende so wohlthätig entwickle. leider sind der theuerung wegen unruhen in Berlin und an- dern städten Preußens ausgebrochen, was man nicht ermangeln wird, zum nachtheile der freyheit auszubeuten. trubetzkoi war einige tage hier und erzählte mir vieles aus mailand und italien, auch die Waldsteins sind da, neulich aß ich mit ihnen bey ma- rie lobkowitz. die arme toni esterhazy ist richtig gestorben, neulich spei- ste ich bey eskeles mit Pilat, welcher sich mir aufführen ließ – wozu das? ich ließ mich übrigens auf kein weiteres gespräch ein. lamberg ist mit instruktionen von mir versehen nach Prag zum land- tage abgegangen, es scheint, daß dieser landtag ein außerordentlich be- suchter werden wird. nach meinem schlachtplane soll der hauptangriff, das Programm von hier ausgehen, in Prag und Brünn sollen nur einzelne liberale Anträge: auf veröffentlichung der landtagsverhandlungen, auf eine comunalverfassung, eine Protestation gegen das letzte Anlehen etc. etc. geschehen, und demgemäß habe ich lamberg, Belcredi etc. instruirt, ich glaube, bald wird etwas entscheidendes geschehen. 1 die grenzboten. Zeitschrift für Politik und literatur 6 (1847), i. semester, ii. Bd., 117–128: Parteistimmen aus österreich. der Artikel zerfällt in drei teile: 1. vorbemerkungen der redaction (117–123), gezeichnet i[gnaz] k[uranda], worin es heißt (120), Andrians schrift „ist das Programm der landständischen, liberalen Adelspartei“, die in diesem Buch „dem Bürgerthum die Hand“ reiche; 2. Was wollen die Landstände in Oesterreich? Aus Wien (123–126); und 3. Die österreichischen Landstände. Aus Prag (126–128); Teil 2 und 3 sind jeweils mit einem kürzel gezeichnet. der erste teil ist teilweise gedruckt in rietra, Wir- kungsgeschichte, 146–148.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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