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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 693 -
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69310. Juli 1847 zu erklären, welche sie so eben im landtage nachgesucht haben, als ob mich so etwas interessirte. Wegen der hypothekenbanken soll so eben beschlossen worden seyn, eine staatshypothekenbank für alle Provinzen und bloß zum Behufe der Ablösungen zu errichten. ich aber halte diesen Plan für unausführbar, und jedenfalls wird es bey den ständen großen Anstoß erregen. fritz deym hat mir so eben geschrieben und einen langen von ihm dictir- ten jedoch unvollendeten Aufsatz über die verschiedenen österreichischen ständeverhandlungen dieses Jahres geschickt. mein Artikel über das unga- rische Programm ist gestern an kolb abgegangen – vedremo. ich bleibe noch 10–12 tage hier und warte auf möring, dann gehe ich – wohin aber? nescio. gestern lamentirte mir hammer durch eine stunde auf dem stephansplatze über das misérable Benehmen erzherzog Johanns als kurators der neuen Academie1 (deren Wahlen heute stattfinden) und über fürst metternich, welcher über eine von hammer an einige collegen ergangene Einladung zu einer vorläufigen Besprechung sich ämtlich an Pil- lersdorf wandte und es ihm verbiethen ließ !! – – [Wien] 10. July in einigen tagen reise ich ab. meine Projecte sind ziemlich unbestimmt. ich will an den rhein, mich ein bischen erholen und zugleich wo möglich dahlmann in Bonn und einige westphälische Abgeordnete, z.B. vincke, kennen lernen, habe auch schon einige Briefe in jene gegenden bekommen. Auch will ich die familie horrocks besuchen, welche in lichtenthal bey Ba- den Baden wohnt, und wohin auch Augusta mit mann und kind kommen soll. Amelie mit ihrer familie ist in soden bey frankfurt a/m. daneben nehme ich mehreres mit, welches ich irgendwo drucken lassen möchte, so vor Allem eine vortreffliche kleine Brochure: Ungarn und die Stände der erbländer, welche moering auf meine veranlassung geschrieben hat, und zu der ich einige Zusätze etc. gemacht habe,2 das ganze im sinne der mit Bathiany etc. getroffenen übereinkunft. nebstdem noch mehrere alte do- cumente als z.B. die deduction der niederösterreichischen stände über ihre verfassungsmäßigen rechte etc. vom Jahre 1619 und das Augsburger libell vom Jahre 1518,3 die desideria der böhmischen stände von 1790 etc., end- lich einige Artikel für kuranda. ich werde daher über leipzig gehen, mich 1 die neu gegründete Akademie der Wissenschaften in Wien. Zu ihrem ersten Präsidenten wurde der orientalist frh. Josef von hammer-Purgstall gewählt. 2 guter rath für oesterreich. mit Bezugnahme auf das Programm der liberalen Partei in ungarn (leipzig 1847). die schrift erschien anonym. 3 richtig innsbrucker libell, vgl. auch eintrag v. 22.7.1847.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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