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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 694 -
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Tagebücher694 aber dort nur einige stunden und incognito aufhalten, um mit kuranda das nöthige zu besprechen. von da will ich nach frankfurt und an den rhein und schließlich nach Baden, den druck jener schriften will ich irgendwo in der nähe, mannheim, frankfurt etc. besorgen und dort die correctur selbst übernehmen. Auf dem rückwege möchte ich gerne zu lerchenfelds nach heinersreuth, wozu mich gustav so eben wieder auffordert, auch da hätte ich manches zu besprechen, namentlich wegen der deutschen Zeitung. ende August oder Anfangs september denke ich zurück zu seyn, und will dann nach ungarn gehen, weil gerade dann der entscheidende moment der comitatswahlen und landtagsinstruktionen seyn wird. casimir Batthyány war jetzt ein paar mahl hier und brachte mir einen entwurf zu einer Brochure, wie man ihn dort wünscht, dazu Briefe von louis Batthyány etc. mein Artikel über diesen gegenstand ist gestern in der Allgemeinen Zei- tung nur wenig verändert, jedoch mit um so mehr redaktionsnoten verse- hen, erschienen und macht Aufsehen.1 die Brochure moerings ist sehr gut (mir gewidmet) und wird ebenfalls einen vortrefflichen Eindruck machen, so wäre denn Alles eingeleitet. übrigens antworte ich louis Batthyany so eben, um ihm zu sagen, daß dieses Alles bis nun bloß demonstrationen auf litterarisch theoretischem felde seyen, und daß er dafür sorgen müsse, sie jetzt auf das practische terrain zu versetzen, was durch die instructionen der comitate und eine entsprechene motion am landtage geschehen kann. die Brochure über die böhmische verfassungsfrage wird vorbereitet, und f. deym, dem ich kein geheimniß daraus machen konnte noch wollte, schreibt mir so eben, daß er sich daran betheiligen (d.h. mit Bergenthal conferiren) will, doch will er nach seiner Art eine menge heterogener ge- genstände mit hinein bringen, was der sache nur schaden würde. darüber mußte ich ihm nun schreiben. er will, daß ich zu ihm nach lieblitz komme, das ist mir aber jetzt nicht möglich. trotz der schönen Worte kolowrats soll an das böhmische gubernium ein donnerndes Reskript (hinsichtlich der 50.000 fl) ergangen und die Be- hörde angewiesen worden seyn, „ähnlichen übergriffen der stände in Zu- kunft zu begegnen.“ die leute wollen es zu einer krisis bringen. denn die reichen werden übermüthig, und die Beamten und die Armen brennen vor Begierde, sich mit ihnen zu messen, d.h. zu kämpfen, so sagte neulich hof- rat Pippiz zu georges lubomirski! Quos deus perdere vult, dementat. franz stadion ist vorgestern nach galizien abgereist. kraus ist 2. gu- bernialpräsident. stadion hatte dieß begehrt, könnte sich aber ebensogut 1 Allgemeine Zeitung v. 6.7.1847, Beilage 1493f.: ungarn, datiert von der österreichisch- ungarischen Gränze, 22. Juni; im Inhaltsverzeichnis angekündigt als: Das Programm der liberalen Partei.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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