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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
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69722. Juli 1847 standpunkte erzählen, selbst diesen leuten leuchtet meine Allianz-idee ein. montag früh suchte ich kurandas freund, den kapellmeister hiller auf, um über dessen gegenwärtigen Aufenthalt zu erfahren, er war aber in kissingen. dann ging ich in die Bildergallerie und fuhr um 1 nach leip- zig, wohnte im hôtel de Baviére, kaum angekommen, fuhr ich zu Brock- haus, der aber nicht anwesend war, später fand ich es für klüger, nach Welsch’s rath mich an den Buchhändler Jurany zu wenden, und ließ ihm, da er ebenfalls nicht zuhause war, die beyden manuscripte da (1. moerings Brochure; 2.a. die denkschrift der niederösterreichischen stände über ihre verfassung ddo 1619, b. ihre declaration über kaiser ferdinands wider- rechtliches Verfahren vom selben Jahre; c. das innsbrucker libell 1518)1 und sagte, ich werde am nächsten tage wieder kommen. Abends sah ich im theater die „karlsschüler“ von laube, ungeachtet seiner mängel doch ein schönes stück, aber sehr mittelmäßig gespielt. Am 20. hatte ich dann zwey unterredungen mit Jurany, einem ganz jun- gen Menschen, die Brochure gefiel ihm sehr, das Andere aber wollte er An- fangs nicht nehmen und verstand sich nur dazu, als ich dieß als Bedingung für die überlassung der Brochure setzte.2 Wir kamen endlich überein, daß er letztere sogleich drucken und mir ein exemplar schon zwischen 1. und 20. kommenden monats nach Baden Baden schicken werde und wo möglich auch schon einige Bogen des 2. manuscripts dazu. ich behielt ihm gegen- über mein incognito bey so wie überhaupt während meines ganzen Aufent- haltes in leipzig. doch sah ich hübner im theater, und er dürfte mich wohl erkannt haben. kuranda war leider abwesend, in helgoland, was mir sehr leid thut, denn ich hätte ihn gerne gesprochen, um ihm eine klare und richtige idee unserer gegenwärtigen lage und stellung sowie auch der meinigen ins- besondere zu geben. ich schrieb in herbigs Buchhandlung einen langen 1 gedruckt in historische Actenstücke über das ständewesen in oesterreich. 6 hefte (leip- zig 1847–1848). 2 Wilhelm Jurany, geb. 1823, hatte seine verlagsbuchhandlung in leipzig im herbst 1845 eröffnet. er verlegte und vertrieb zahlreiche oppositionelle schriften und wurde deshalb jahrelang polizeilich verfolgt. der verlag wurde im frühjahr 1849 unter Zwangsverwal- tung gestellt und 1851 versteigert. Jurany übersiedelte nach (Buda-) Pest und trat dort in das verlagshaus landerer und heckenast ein, wurde 1868 teilhaber und nach dem verkauf 1873 an die Aktiengesellschaft franklin-verein (1876 umbenennung in franklin társulat magyar irodalmi intézet és könyvnyomda rt. – franklin-verein. ungarische li- terarische Anstalt und Buchdruckerei) generaldirektor dieses bedeutenden ungarischen verlags. vgl. inge kießhauer und dagmar goldbeck, Zum leben und Wirken des verlegers Wilhelm Jurany in Leipzig und Budapest; in: Leipziger Jahrbuch zur Buchgeschichte 5 (1995) 233–244. Weder die verbindung mit Andrian noch die dadurch von Jurany verlegten Bücher werden darin erwähnt.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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