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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 717 -
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7177. Oktober 1847 nach ein streich ins Wasser, kann aber nicht schaden und bereitet die ge- müther auf diese idee vor. Auch die beyden theile meiner schrift habe ich bereits sammt meinen betreffenden Bemerkungen und Andeutungen für Auguste in Bereitschaft, jedoch aus mangel einer gelegenheit noch nicht abgeschickt.1 die grenzboten, die ich 2 monathe entbehrt hatte (in süddeutschland sind sie fast unbekannt), haben inzwischen manchen interessanten Aufsatz gebracht, darunter auch den von mir bey kuranda erbethenen wegen un- garns, welcher vortrefflich gehalten ist.2 übrigens ist es hier leer, todt und langweilig, auch meistens schlechtes Wetter, und ich werde sehen, sobald es meine geschäfte gestatten, wieder von hier fortzukommen. das hauptévénement ist die unbegreifliche ver- mählung colloredos mit der steinalten sobanska. varnbülers denkschrift ist ein vortrefflicher ganz praktisch gehaltener Aufsatz und behandelt hauptsächlich die rolle, welche seiner Ansicht nach der grundbesitzende Adel in der land- und cantonsgemeinde spielen sollte, in welcher Beziehung varnbüler die innigste verschmelzung mit dem Bau- ernstande anräth. ich habe sie so eben durchgelesen und will sie dem hiesi- gen ständischen comité wegen entwurf einer gemeindeverfassung mitthei- len. ein misérables machwerk von sporschil habe ich so eben unter der hand, betitelt: die österreichische Broschürenschmiede.3 ich habe es erst durchge- blättert und viel historisches Wissen darin gefunden. ich komme darin ganz vortrefflich weg, er scheint eine Art von scheu vor mir zu haben und denkt wohl: der mann kann einmahl minister werden, er attakirt mich einzig und allein in Betreff der donaumündungen und der türkey. grand bien lui fasse. [Wien] 7. oktober ich war diese tage sehr beschäftigt und zwar mit den böhmischen Angele- genheiten. die regierung hat nämlich in ihrem conflicte mit den ständen den Weg der gewalt ergriffen, und salm hat in folge erhaltener Aufträge in seiner eigenschaft als ständevorstand der ständischen steuerkanzley den Befehl ertheilt, die ganze protestirte steuersumme auszuschreiben, und davon den Ausschuß mittelst Praesidialintimation in kenntniß gesetzt. die stände werden also gar nicht berufen. deym, der mir das mittheilte, meint, 1 es handelt sich um eine nicht realisierte übersetzung von oesterreich und dessen Zukunft durch Auguste horrocks ins englische, vgl. eintrag v. 20.8.1847. 2 die grenzboten. Zeitschrift für Politik und literatur 6 (1847), iii. Bd., 348–350: ungarn und Österreich; Aus Böhmen, ungezeichnet. 3 Johann sporschil, oesterreich und die Broschürenschmiede gegen dieses kaiserthum (leipzig 1847).
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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