Lokalbahn Gänserndorf–Mistelbach

Gänserndorf–Mistelbach Lokalbahn
Kursbuchstrecke (ÖBB): 912
Streckennummer: 183 01
Streckenlänge: in Betrieb: 22,98 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Netzkategorie: C
Maximale Neigung: 29 
Minimaler Radius: 121 m
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
Strecke – geradeaus
von Wien S 1
Bahnhof, Station
Gänserndorf S 1
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
0,078 nach Břeclav bzw. Marchegg
   
0,957 Anschlussbahn (Awanst) OMV
Haltepunkt, Haltestelle
5,055 Prottes
Haltepunkt, Haltestelle
7,775 Matzen
Haltepunkt, Haltestelle
10,710 Raggendorf
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Stammersdorf
Bahnhof, Station
13,668 Groß Schweinbarth
   
18,247 Bad Pirawarth
   
nach Dobermannsdorf
   
18,966 Pirawarth
   
19,877 Kollnbrunn
   
21,481 Anschlussbahn (Awanst)
   
21,763 Gaweinstal (bis 1. Nov. 1918 Gaunersdorf)
   
22,500 Gaweinstal Brünner Straße
   
Höbersbrunn-Atzelsdorf aufgelassen
   
Paasdorf Lokalbahn aufgelassen
   
von Korneuburg
   
von Wien
Bahnhof ohne Personenverkehr
Mistelbach Lokalbahn
Strecke – geradeaus
nach Hohenau

Die Lokalbahn Gänserndorf–Mistelbach (heute auch als Weinviertel-Landesbahn bezeichnet) ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte und von den ÖBB betriebene Nebenbahn im Weinviertel in Niederösterreich. Die Strecke verband ursprüngliche die beiden Bezirkshauptstädte Gänserndorf und Mistelbach, heute wird noch der Abschnitt Gänserndorf–Bad Pirawarth bedient.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Bahnstrecke von Gänserndorf nach Gaunersdorf (heute Gaweinstal) wurde von der Lokalbahn Gänserndorf–Gaunersdorf Gesellschaft errichtet und am 13. September 1903[1] eröffnet. Gemäß einem bereits 1903 im Landtag von Niederösterreich eingebrachten Antrag[2] wurde die Verlängerung der Strecke zum Mistelbacher Lokalbahnhof, nach technisch-polizeilicher Abnahme am 12. November 1906[3], am 15. des Monats in Betrieb genommen. Im Februar 1914 übernahmen die Niederösterreichischen Landesbahnen den Betrieb.

Am 1. Jänner 1921[4] wurden sämtliche NÖLB-Strecken von den Bundesbahnen Österreichs übernommen. Die Übernahme der Lokalbahn Gänserndorf–Mistelbach in den Pachtbetrieb der Österreichischen Bundesbahnen[5] erfolgte am 24. September 1924. Mit 1. Juli 1935 erlosch die Konzession der Lokalbahn von Mistelbach nach Gaunersdorf (Gaweinstal)[6], selben Tags ging das Eigentum an der konzessionierten Lokalbahnlinie an den Bund über, und die Betriebsführung oblag von da an dem Wirtschaftskörper „Österreichische Bundesbahnen“.[5]

1988 wurde die Strecke Gaweinstal Brünner Straße–Mistelbach eingestellt, 2004 der Personenverkehr im Abschnitt Gaweinstal Brünner Straße–Bad Pirawarth.

Bahnbetrieb heute

Seit 2004 wird die Strecke Gänserndorf–Mistelbach, gemeinsam mit dem noch in Betrieb befindlichen Abschnitt der Stammersdorfer Lokalbahn von Obersdorf nach Groß-Schweinbarth, als Weinviertel-Landesbahn bezeichnet. Die Züge pendeln im Stundentakt zwischen Gänserndorf und Groß-Schweinbarth. Der Abschnitt Groß-Schweinbarth–Bad Pirawarth wird nur noch von Zügen aus Obersdorf bedient. Der Abschnitt Bad Pirawarth–Gaweinstal Brünner Straße wurde 2004 eingestellt. Das Teilstück Gaweinstal–Mistelbach ist Großteils noch erhalten, die Gleise sind jedoch teilweise stark überwachsen bzw. wurden im Bereich von Straßenkreuzungen entfernt. Der vormaligen Endbahnhof Mistelbach Lokalbahn ist über die Lokalbahn Korneuburg–Hohenau bzw. einem Verbindungsgleis zur Laaer Ostbahn noch an das Eisenbahnnetz angeschlossen und wird für den Güterverkehr genutzt.

Literatur

  • Wolfdieter Hufnagl: Die Niederösterreichischen Landesbahnen. Transpress, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-71214-8
  • Alfred Horn: ÖBB Handbuch 1993, Bohmann Verlag, Wien 1993, ISBN 3-70020-824-3

Weblinks

 Commons: Lokalbahn Gänserndorf–Mistelbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Volkswirtschaftliche Zeitung. Lokalbahn Gänserndorf-Gaunersdorf. In: Das Vaterland, Morgenblatt, 13. September 1903, S. 5, unten rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/vtl
  2. Hufnagl: Landesbahnen, S. 194.
  3. Hufnagl: Landesbahnen, S. 194 f.
  4. Hufnagl: Landesbahnen, S. 195.
  5. a b RGBl 1935/504
  6. RGBl 1906/190