St. Stefan (Gemeinde Wolfsberg)

St. Stefan im Lavanttal ist ein Ort und eine Katastralgemeinde im Lavanttal im Süden von Kärnten, Österreich. Die Einwohnerzahl dieses Ortes beträgt ca. 2100 (Stand 2007). St. Stefan liegt in der Gemeinde Wolfsberg und ist ca. 3,2 km von dessen Stadtzentrum entfernt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Pfarrkirche
Zug aus ehemaligen Kohlebergbau

Die Kirche St. Stefan wird schon in einer Urkunde des Bischofs Otto von Bamberg vom Jahr 1106 als "capella sancti stephani" bezeichnet. Bischof Otto I. von Bamberg baute hier eine Kapelle. Die heutige Kirche ist im Stil der Gotik gebaut. Als der Ort immer größer wurde, wuchs er bis an die Ortsgrenzen von St. Johann und Reding. Zur Marktgemeinde wurde St. Stefan 1965 erhoben. 1968 wurde der Bergbau nach einem schwerem Unfall stillgelegt. Im Jänner 1973 wurde St. Stefan - gegen den Willen der Bevölkerung - im Zuge einer landesweiten Gemeindereform nach Wolfsberg eingemeindet. In den 1990er Jahren hatte St. Stefan, gemeinsam mit St. Margarethen und Frantschach-St.Gertraud Bestrebungen nach einer Rückgemeindung, was aber nur Frantschach-St. Gertraud gelang.

Braunkohlevorkommen

In St. Stefan gab es ergiebige Braunkohlevorkommen. Ab 1826 wurde in St. Stefan nach Braunkohle gegraben. Die neue Schachtanlage wurde in den 50er Jahren vollkommen neu errichtet und galt damals als eine der modernsten Anlagen in Europa für den Untertage-Abbau von Braunkohle. Für die Kumpel wurde eine eigene Bergarbeitersiedlung errichtet, die sogenannte Barbara-Siedlung am nördlichen Ortsrand von St. Stefan. Der Bergbau wurde 1968 nach einem schweren Grubenunglück - gegen den Willen der Belegschaft - eingestellt. Bis heute kommt die Erde in und um St. Stefan nicht zur Ruhe, immer wieder kommt es zu Erdeinbrüchen und zu Rissen in den Wänden der Wohnhäuser. Weite Teile der Region südlich und westlich von St. Stefan sind bis heute für jegliche Bebauung gesperrt, da die Stollen nicht zu 100 % abgedichtet und aufgefüllt wurden. Es liegen noch viele Hunderttausend Tonnen Braunkohle in der Erde um St. Stefan, die jedoch nicht abgebaut werden.

Grubenunglück

Am 1. November 1967 brach im Braunkohlebergwerk St. Stefan im Lavanttal (Lavanttaler Kohlenbergbau GesmbH. - LAKOG) ein verheerender Grubenbrand aus, der fünf Bergleuten das Leben kostete. Ein Bergmann konnte nie geborgen werden und liegt bis heute in den Stollenanlagen. Damit war aber auch das vorzeitige Ende dieser Schachtanlage besiegelt. Der letzte Kohlen-Hunt hat das Bergwerk am 31. März 1968 verlassen und somit wurde der Braunkohle-Abbau vor über 40 Jahren eingestellt. Über 1.500 Kumpel wurden mit einem Schlag arbeitslos, was für das strukturschwache Land Kärnten damals eine finanzielle und soziale Katastrophe bedeutete. Die meisten baulichen Anlagen wurden nachher abgetragen. Nur wenige Gebäude stehen heute noch und dienen nun anderen Betrieben. Es hat sich u. a. eine Großbäckerei im Ortsteil Wolkersdorf in der ehemaligen Kohlenschachthalle angesiedelt. [1] [2]

Katastralgemeinden

Heute Katastralgemeinden der Stadt Wolfsberg, früher der Marktgemeinde St.Stefan!

  • Hartelsberg
  • Kleinwinklern
  • Michaelsdorf
  • Reideben
  • Rieding
  • St.Johann
  • St.Stefan
  • Paildorf
  • Wolkersdorf

Kultur

Im Jahre 1915 wurde in St. Stefan die Dichterin und Schriftstellerin Christine Lavant (eigentlich Habernig) geboren. Im Sommer 2008 wurde in St. Stefan Das Haus der Musik eingeweiht und eröffnet.

Einzelnachweise

  1. Wand aus Feuer und Rauch trieb die Retter zurück Arbeiter-Zeitung, 3. November 1967
  2. Lavanttaler Kohlenbergbau - Wolkersdorfer Schacht

46.80527777777814.848888888889Koordinaten: 46° 48′ N, 14° 51′ O