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Kärntner Reinling#

Der Kärntner Reinling zählt zum Kulinarischen Erbe Österreich. Es ist ein eingerollter und in einer Rein (runde Form) im Rohr gebackener Kuchen aus Germteig, der mit Honig, Rosinen, Nüssen und Zimt (in vielen Varianten) gefüllt wird. Als Festtagsspeise war er schon im 16. Jahrhundert bekannt, anfangs wohl gesüßtes Weißbrot mit Fenchel, das in einer Pfanne gebacken wurde.

Bei Festen und Bräuchen darf der Reinling nicht fehlen. Bei Hochzeiten wird der Kuchen mit bunten Bändern geschmückt und mit Nüssen und/oder gedörrten Zwetschken dekoriert. Zu Ostern gehört er neben Eiern, Selchfleisch und Würsten zu den Speisen, die man im geschmückten Korb zur Weihe in die Kirche bringt. Gab ein Mädchen am Ostermontag einem Burschen einen Reinling-Anschnitt, galt das als Zeichen der Zuneigung. Auch am Stephanitag holten sich die Burschen Reinling. Mit Kletzenfülle ersetzte er das weihnachtliche Kletzenbrot. Palmbuschenträger bekamen den Kuchen als Belohnung. Zu Allerheiligen (1. November) war er ein Patengeschenk.


Quelle: Kulinarisches Erbe