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Bernsteinstraße#

Die Bernsteinstrasse ist alter Handelsweg, der die bernsteinreiche Ostseeküste mit dem Mittelmeerraum verband.

Vom Norden führte dieses Netzwerk an Pfaden und Stützpunkten über die "Mährische Pforte" entlang der March und weiter bis in das alte Griechenland, wo der Bernstein (lat. electrum, gr. ἤλεκτρον / ēlektron) eine begehrte Handelsware war.

Auf (heutigem) österreichischem Gebiet folgte die Straße der March und überquerte bei Carnuntum die Donau; weiter führte sie über Ödenburg und Laibach an die Adria.


Die Römer bauten diese alte Nord-Süd-Verbindung (vom heutigen Litauen nach Italien), die seit dem 19. Jahrhundert als "Bernsteinstraße" bekannt ist, aus: sie versahen den "Trampelpfad" mit einem 1 m dicken, steinernen Unterbau, pflasterten den Weg in den Städten mit Steinplatten und versahen die Überlandstrecken mit Kies.
(Schon der römische Gelehrte Plinius der Ältere (23/24-79 n. Chr.) berichtete, dass auf diesem Handelsweg Bernstein von der Ostseeküste nach Aquileia gebracht worden sei. Natürlich wurden auf dieser Route auch andere Handelsgüter befördert - besonders wichtig war der Transport des Eisenerzes aus den keltischen Bergbaugebieten für die römische Rüstungsindustrie; auch für Truppenbewegungen war die 'Fernverkehrsstraße' von Bedeutung.)

Lage der Bernsteinstraße Mittelburgenland
Lage der Bernsteinstraße Mittelburgenland
© OpenStreetMap contributors, unter CC BY-SA 2.0


Die römische Bernsteinstraße im Mittelburgenland #

Die gut erhaltene und bereits seit 1933 unter Denkmalschutz stehende Trasse der römischen Bernsteinstraße führt von einem Punkt östlich Großmutschen nordwärts bis Groß Warasdorf. An ihrem Beginn stehen zwei römische Steinmonumente.
Heute führt ein eigener Radwanderweg "Römische Bernsteinstraße" durch das mittlere Burgenland.

Die römische Bernsteinstraße im östlichen Niederösterreich#

Ein Teil der Bernsteinstraße von den Fundstätten an der Ostsee an die Adria verlief durch das östliche Niederösterreich.
Hier haben sich 30 Museen und Kulturinitativen zusammengeschlossen, die mit zahlreichen Stationen über die archäologischen Erkenntnisse informieren.

Weiterführendes#


Römische_Bernsteinstraße
Römische Bernsteinstraße, Stele
Foto: P. Diem
Römische_Bernsteinstraße
Römische Bernsteinstraße
Foto: P. Diem
Römische_Bernsteinstraße
Römische Bernsteinstraße
Foto: P. Diem
Römische_Bernsteinstraße
Römische Bernsteinstraße, Rundwanderweg
Foto: P. Diem
Römische_Bernsteinstraße
Römische Bernsteinstraße
Foto: P. Diem
Römische_Bernsteinstraße
Römische Bernsteinstraße
Foto: P. Diem
Bernsteinstraße, Schautafel
Römische Bernsteinstraße, Schautafel
Foto: P. Diem
Bernsteinstraße,Schautafel
Römische Bernsteinstraße, Schautafel
Foto: P. Diem

Texte der Schautafeln:

Die römische Armee

Die römische Armee war im 1. Jh. n. Chr. in 28 Legionen zu je ca. 6000 Mann gegliedert, die auf große befestigte Lager verteilt waren. Die Legionen rekrutierten sich aus Freiwilligen mit römischem Bürgerrecht. Eine Legion bestand aus 10 Kohorten, von denen die Erste ca. 1000 Mann, die Zweite bis Zehnte nur rund 500 Mann umfassten. Eine einfache Kohorte gliederte sich in sechs Zenturien zu je 100 Mann, von denen allerdings nur 80 zur Kampftruppe zählten. Eine Zenturie bestand aus 10 Zeltgemeinschaften (contubernia). Die Soldaten eines Contubernium besaßen gemeinsam ein Lederzelt, eine Handmühle und ein Maultier zum Tragen des schweren Gepäcks. Eine Reitertruppe mit 120 Mann für den Melde- und Kundschaftereinsatz sowie eine eigene Legionsartillerie mit Pfeilgeschützen und Wurfmaschinen gehörten ebenfalls zu einer Legion. Neben der eigentlichen Kampftruppe verfügte die Legion über Handwerker, Architekten, Ärzte, Musiker u.s.w. Der Legatus Legionis kommandierte die Legion. Der Tribunus und der Praefectus waren seine Stellvertreter. Die römische Legion zog in einem langen Heerbann über Land; an der Spitze eine aus Hilfstruppen bestehende Vorhut, die eventuelle Angriffe abfangen sollte. Dann kamen die Reiter und schwerbewaffnete Fußsoldaten mit langen Schildern. Sie bildeten die Eskorte für den Befehlshaber des Heeres oder der Legion. Den Elitetruppen folgten das "Pionierkops" und die Geometer. Sie fällten Bäume, machten den Weg frei und schlugen das Lager auf.

Literatur#

  • P. Czendes, Die Straßen Niederösterreichs im Früh- und Hochmittelalter, 1969
  • F. Freising, Die Bernsteinstraße aus der Sicht der Straßentrassierung, 1976
  • A. Bichl, M. Griebl, M. Speranza, Erlebnis Archäologie. Carnuntum - Vindobona - Bernsteinstraße, 2003