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Hardegg#

Bundesland: Niederösterreich
Bezirk: Hollabrunn
Einwohner: 1.292 (Stand 2017)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 308 m
Fläche: 9327,68 ha
Postleitzahl: 2083
Website: www.hardegg.gv.at/


Hardegg
Hardegg
© Foto Peter Diem

Hardegg liegt im Thayatal an der Grenze zu Tschechien, im engen Talkessel der Fugnitz, überragt von einer Burg, die auf mehr als tausend Jahre Geschichte zurück blickt. Damals war Hardegg das Zentrum eines Herrschaftsgebietes im Norden Österreichs. Die Stadtgemeinde Hardegg besteht aus den Katastralgemeinden Felling, Hardegg, Heufurth, Mallersbach, Merkersdorf, Niederfladnitz, Pleissing, Riegersburg, Umlauf und Waschbach.

Urkundlich wird Hardegg als Stadt erstmals 1290 erwähnt. Vor allem die Tucherzeugung und der Handel sicherten das Einkommen der Bewohner, auch die Perlmuttdrechslerei war von Bedeutung. Die letzte Firma dieser Art in Felling wird heute als Schaubetrieb geführt. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Hardegg zum Sommerfrische- und Badeort. Der Zweite Weltkrieg brachte den Fremdenverkehr fast gänzlich zum Erliegen. Neue Impulse kamen durch die Grenzöffnung und die Schaffung des National- später Internationalparks Thayatal.

Hardegg hat eine Reihe von Sehenswürdigkeiten aufzuweisen:

Hardegg, ehemalige Eisenbahnbrücke, jetzt für Radfahrer
Hardegg, ehemalige Eisenbahnbrücke, jetzt für Radfahrer
© Foto Peter Diem

Der Nationalpark Thayatal wurde im Jahr 2000 als einer von sechs in Österreich offiziell eröffnet. Seit 2006 besteht das Projekt "Inter-Nationalpark-Region Thayatal" mit 45 touristischen Partnerbetrieben. Die Thaya bildet auf eine Länge von 25 Flußkilometern die Grenze zu Tschechien. Der österreichische Teil des Nationalparks umfasst 1.330 ha, der Národní park Podyjí erstreckt sich zwischen Vranov und Znojmo auf einer Flusslänge von 45 km. Vor 5 bis 1,5 Millionen Jahren hat sich die Thaya in das harte kristalline Gestein der Böhmischen Masse eingegraben und eines der schönsten Durchbruchstäler Mitteleuropas geschaffen. Vom 378 m hohen Umlaufberg aus, der von der Thaya fast zur Gänze umflossen wird, kommt der einzigartige landschaftliche Reiz des Thayatals am besten zum Ausdruck. Granite, Gneise und Schiefer, die vor bis zu 600 Millionen Jahren entstanden sind, gehören zu diesem ältesten Gebirge Österreichs. Das Thayatal zählt zu den letzten naturnahen Tallandschaften Mitteleuropas. Seine besondere Geologie und Geomorphologie sind die Ursache für die hohe Zahl an Pflanzen, Tieren und Lebensräumen. In den beiden Nationalparks wurden rund 1.300 Pflanzenarten, 150 Vogelarten und 950 Schmetterlingsarten nachgewiesen. Auch die Lage an einer Klimagrenze zwischen dem rauen, feuchten Waldviertel und dem pannonisch-kontinental beeinflussten Weinviertel trägt zur hohen Biodiversität des Thayatals bei. Insgesamt treffen hier auf relativ kleiner Fläche seltene Tier- und Pflanzenarten aus Südosteuropa, den Voralpen und Mitteleuropa aufeinander.

Burg Hardegg
Burg Hardegg
© Foto Peter Diem
Burg Hardegg
Burg Hardegg
© Foto Peter Diem

Burg Hardegg , eine Festung an den Ufern der Thaya, ist mit einem äußeren Umfang von 600 Metern die größte Burganlage Niederösterreichs. Der Burgberg war schon im 10. Jahrhundert besiedelt. Urkundlich erwähnt wird die Burg, damals ein Teil der Grenzbefestigung, 1145 im Zusammenhang mit Otto von Hardegg. 1731 erwarb das Haus Khevenhüller die Grafschaft, zu der auch das Barockschloss Riegersburg gehört. Burg Hardegg ist nun im Besitz des Enkels des letzten Fürsten Khevenhüller-Metsch, Gotthard Graf Pilati von Thassul zu Daxberg. Die Waffensammlung der Familie und ein Maximilian von Mexiko-Museum sind im Rahmen von Führungen zugänglich.

Das Barockschloss Riegersburg geht auf ein Wasserschloss aus dem Jahr 1580 zurück. Im 18. Jahrhundert wurde es von Franz Anton Pilgram, einem Schüler des Barockbaumeisters Lukas Hildebrandt, zu einem Landschloss umgestaltet. Es diente als Sitz des Reichsgrafen Siegmund Khevenhüller, Landeshauptmann von Niederösterreich und des Fürsten Johann Joseph Khevenhüller-Metsch, Hofmeister Maria Theresias. 1993 war es Veranstaltungsort der Niederösterreichischen Landesausstellung. Jetzt bilden die mit europäischem Mobiliar aus dem 18. und 19. Jahrhundert vollständig eingerichteten Prunkräume, die historische Herrschaftsküche sowie der älteste Hunde-Friedhof des mährisch- böhmisch- österreichischen Raumes die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Dazu kommen Jahresausstellungen wie 2010 "Die Macht der Phantasie - grenzüberschreitende, manieristisch-phantastische Kunst".

Ruine Kaja
Ruine Kaja
© Foto Peter Diem
Riegersburg
Riegersburg
© Foto Peter Diem

Östlich von Merkersdorf liegt die Ruine Kaja. Vom Bergfried aus genießt man das Panorama über den Nationalparkwald im Kajabachtal. Um 1050 war der Vorläufer der Burg Kaja Teil einer ersten Befestigungskette entlang der Thaya (Frain, Hardegg, Seefeld, Staatz, Falkenstein). Im 14. Jahrhundert galt sie als Raubritterburg und wurde im 15. Jahrhundert auf ihr heutiges Ausmaß vergrößert. Seit 1588 steht Burg Kaja leer. Seit 1969 bemüht sich ein Burgen- und Schlösserhaltungsverein als Pächter um die Instandhaltung.

2006 gründeten Künstler aus der Stadtgemeinde im ehemaligen Rathaus den Kulturpunkt Hardegg als Galerie, in der sie Ausstellungen und Malkurse veranstalten.

In der Volksschule wurde das "Guckkastenmuseum" eingerichtet. Als Heimatmuseum informiert es anhand von Exponaten, Schautafeln und dem Guckkasten (verschiedene Film-Präsentationen) über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der kleinsten Stadt Österreichs. (Die Katastralgemeinde Hardegg zählt rund 80 Einwohner).

Weiterführendes#

Literatur#

  • Österreichisches Städtebuch, Band IV, Teil 2, Die Städte Niederösterreichs, 1976
  • W. Krause und W. Enzenhofer (Redaktion), Hardegg. 700 Jahre Stadt, 1990
  • Amtskalender/Ortsverzeichnis