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Leibnitz#

Leibnitz
Wappen von Leibnitz
© Verlag Ed. Hölzel, Wien

Bundesland: Steiermark Leibnitz, Steiermark
Bezirk: Leibnitz
Einwohner: 11.916 (Stand 2016)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 275 m
Fläche: 23,53 km²
Postleitzahl: 8430, 8435, 8451, 8462
Website: www.leibnitz.at
Mit 1.1.2015 wurde im Rahmen der Gemeindestrukturreform des Landes Steiermark die Gemeinde Leibnitz mit
den Gemeinden Kaindorf an der Sulm und Seggauberg zusammengeschlossen. Die Gemeinde führt weiterhin den Namen Leibnitz.


Leibnitz - Hauptstadt des Bezirks Leibnitz - liegt unweit der Einmündung der Sulm in die Mur im Leibnitzer Feld.

Bereits 4500 bis 2200 v. Chr. war der Frauenberg oberhalb von Leibnitz besiedelt. Von 450 bis um Christi Geburt entstand dort ein stadtähnlicher Zentralort mit dem Namen Solva, der um 15 v. Chr. in die Ebene verlegt wurde, wo dieser als "Flavia Solva" (ungefähr das heutige Wagna) zu einer wichtigen Provinzstadt heranwuchs. Im 7. und 8. Jahrhundert siedelten sich einwandernde Slawen am Frauenberg an, gaben dem Ort den Namen "Lipnizza" (lipanizza = Lindenort) und machten ihn zu einem Gerichts- oder Versammlungsort. (Durch die karolingische Rechtsgründung um das Jahr 800 kam das Gebiet von Leibnitz politisch zu Bayern und kirchlich zum Erzbistum Salzburg.)

Nach Zerstörung und Neubesiedelung tauchte 970 erstmals in einer Kaiserurkunde der Name Leibnitz (Lipnizza) auf. Um das Jahr 1140 wurde ein neuer Handelsmarkt angelegt, der – wie die Burg – den Namen Leibnitz erhielt. Der Frauenberg gewann durch die Errichtung einer Wallfahrtskirche - 1170 wird eine Marienkirche erstmals urkundlich genannt - seine Rolle als Kultzentrum zurück.

1532 wurde der Ort von den Türken zerstört – wegen der ständigen Türkengefahr, Bauernunruhen und der neuen Lutherischen Lehre verzichtete das Erzbistum Salzburg 1534 auf die Landeshoheit über Leibnitz und schenkte Schloss und Markt dem steirischen Bischof und Gegenreformator Martin Brenner.

Durch die Neuanlage der österreichischen Reichsstraße von Wien nach Triest 1734 wurde die alte "Römerstraße", die durch Leibnitz führte, aufgelassen und die Gemeinde wurde unbedeutend. Erst 1846 erhielt Leibnitz mit dem Bau der Südbahn von Wien nach Triest wieder einen überregionalen Verkehrsanschluss und mit der Neuordnung des österreichischen Staates nach dem Revolutionsjahr 1848 begann der wirtschaftliche Aufstieg – Leibnitz wurde Bezirksvorort des politischen Verwaltungsbezirkes Leibnitz. 1913 wurde Leibnitz zur Stadt erhoben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der nachfolgenden Besatzungszeit entwickelte sich Leibnitz rasch zu einer Kultur- und Einkaufsstadt und zum Zentrum der Südsteiermark. Das Leibnitzer Feld wird intensiv landwirtschaftlich genutzt (Anbau von Mais und Kürbissen für das bekannte steirische Kürbiskernöl.

Besonders sehenswert im Ort und in der Umgebung sind u.a.

  • Stadtpfarrkirche (urkundlich 1170): gotischer Bau, nach 1700 barockisiert, Hochaltar (1782)
  • Kapuzinerkirche (Weihe 1639) und –kloster
  • evangelische Kirche (1910-11)
  • Mariensäule (1744)
  • Rathaus (1876, Umbau 1914)
  • Schloss Retzhof (in Wagna, heutige Anlage vor allem 17. Jahrhundert)
  • Römermuseum Flavia Solva: Flavia Solva zählte zu den kultiviertesten Städten der römischen Provinz Noricum und ist der bedeutendste römerzeitliche Fundplatz des Landes.
  • Wächterhaus bei der Römerhöhle und Römerhöhle Aflenz: im gut begehbaren Bergwerksstollen gibt es eine Schauausstellung zur 2.000-jährigen Geschichte dieses ältesten heute noch aktiven Bergwerks Österreichs.
  • Wallfahrtskirche Frauenberg: erstmal 1170 urkundlich erwähnt; Bauphasen: Ende 15. Jahrhundert, 1604, 1645-46, 1766); und nach einem Kirchenbrand 1609 neu eingeweiht; Fresken aus dem 18. Jahrhundert, Barockorgel
  • Tempelmuseum Frauenberg: ca. 150 Meter westlich der Wallfahrtskirche; steht direkt auf den Fundamenten des ISIS-NOREIA-Tempels, dem ältesten freistehenden Mauerwerk der Steiermark (1.-2. Jhdt. n.Chr.)
  • Schloss Seggau: (ehemaliger Bischofssitz; heute Kongress-, Tagungs- und Seminarzentrum mit eigenem Hotel), Renaissancehof mit römischen Steindenkmälern (Lapidarium), Schlosskapelle, moderne Michaelskapelle. (Die "Fürstenzimmer" mit der Bischofsgalerie und die sich in einem Bastionsturm befindliche "Seggauer Liesl", die größte historische Glocke der Steiermark, können nur im Rahmen einer Schlossführung besichtigt werden.)
  • Naturparkzentrum Grottenhof (Kaindorf an der Sulm)
  • Freizeitpark Sulmsee
  • Weinbauschule Silberberg mit Weinlehrpfad
  • 17 Genussplätze der Region "Die besten Lagen. Südsteiermark", Leibnitz - Wagna
  • Sausaler Weinstraße
  • Klapotetz-Weinstraße
  • Südsteirische Weinstraße
  • Kitzeck im Sausal, höchstgelegener Weinbauort Europas

Abgesehen von der idyllischen Gegend bietet die Region auch kulinarisch besondere Vielfalt: von unzähligen Buschenschänken an den Weinstraßen, zu Weingütern, Vinotheken, Ölmühlen, Whiskydestillerien und Bierbrauereien.

Weiterführendes#

Literatur#

  • W. Filek-Wittinghausen, 1000 Jahre Leibnitz, 970-1970, 1970
  • Österreichisches Städtebuch Band VI, Teil 3, Die Städte der Steiermark, 1990