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Straden#

Straden
ehemaliges Wappen von Straden [1]

Bundesland: Steiermark
Bezirk: Südoststeiermark, Markt
Einwohner: 3.644 (Stand 2016)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 376 m
Fläche: 1946 km²
Postleitzahl: 8345
Website: www.straden.gv.at
Mit 1.1.2015 wurde im Rahmen der Gemeindestrukturreform des Landes Steiermark die Gemeinde Straden mit
den Gemeinden Hof bei Straden und Krusdorf und Stainz bei Straden zusammengeschlossen. Die Gemeinde führt weiterhin den Namen Straden.
[1] Durch die Gemeindezusammenlegung wurde das Wappen ab 1. 1. 2015 ungültig. Dieses muss von der Steiermärkischen Landesregierung neuerlich verliehen werden.


Straden
Das bekannteste Bild von Straden: 4 Kirchen, 3 Kirchtürme
© Österreich Werbung, Fotograf: Herzberger

Die Marktgemeinde Straden (Bezirk Südoststeiermark) liegt auf einem Hügel im Sulzbachtal in der Region "Steirisches Vulkanland". Die Ortschaft Straden (slawisch "straza" = Warte, Aussichtswarte) mit ihren vier Kirchen und drei Kirchtürmen thront weithin sichtbar auf einem Hügel.

Der Stradner Raum war nach der Eroberung des keltischen Königreiches Norikum durch die Römer recht dicht besiedelt, was Grabhügel (aus 1./2. Jhdt n.Chr.) in der Umgebung von Straden belegen. Mit der beginnenden Völkerwanderung kam es zu einem Bevölkerungsrückgang, um 500 wanderten Slawen ein und ab 1043 begann die neuerliche Besiedlung (der bis 1180 zum Herzogtum Bayern gehörenden Südoststeiermark) durch bayrische Bevölkerung.


Nachdem 1188 erstmals ein Pfarrer von Merin genannt wurde, wurde 1265 das "Dorf Marktl" als "forum Merein" (zur Burg Merin gehörender Markt) erstmals urkundlich erwähnt. Erst im 15. Jahrhundert wurde für Merin (später Merein, Marein, Sankt Marein, Sankt Marein am Straden) der Name Straden üblich. (Vom ursprünglichen Wehrbau ist nur mehr ein Teil der Befestigung erhalten, der das Basismauerwerk des Turmes der Florianikirche bildet.)

1460 brannte die romanische Pfarrkirche von Straden ab und wurde zwischen 1469 und 1513 im spätgotischen Stil als Kirche „Sankt Maria am Himmelsberg“ neu errichtet. (Aus dieser Zeit stammt die "Himmelsbergerin", eine Statue Maria mit dem Kind.)

Mit der Gründung der Sebastianibruderschaft 1517 dürfte der Bau der südlich der Pfarrkirche gelegenen Doppelkirche St. Sebastian / Schmerzhafte Muttergottes zusammenhängen, die bis ins 17. Jhdt. als Karner Verwendung fand. Gleichzeitig wurde Straden mit der Errichtung einer bis zu 10 m hohen Wehrmauer zum Tabor ausgebaut, mit dessen Hilfe sich die Stradener 1605 gegen die Heiducken erfolgreich wehren konnten. (Teile dieser Wehrmauer sind noch erhalten.)

Ab dem 17. Jahrhundert gab es Wallfahrten zur Kirche "Sankt Maria am Himmelsberg", was - ebenso wie die steigende Pfarrbevölkerung - den Bau einer weiteren Kirche (St. Florin) notwendig machte. Seit Bestehen der Florianikirche am Burgberg umschließen Reste des Tabors die Dechantskirche (15 Jhdt.) und die zweigeschossige Sebastianikirche (frühes 16. Jhdt.) samt Pfarrhof und dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden, also den eigentlichen Kirchberg.

Die wechselhafte Geschichte, besonders die Kriege und Einfälle, die das Grenzland immer wieder betrafen, brachten auch immer wieder Zerstörung und Verfall. (Der südoststeirische Grenzraum hatte besonders schwer unter den Einfällen der Kuruzzen, ungarischer Aufständischer, von 1704‑1706 zu leiden.) Trotz dieser Ereignisse blieben die charakteristischen Baudenkmäler des Stradenberges bis heute erhalten.

Die südlich des Pfarrhofes stehende Atlaszeder ist mehr als 270 Jahre alt und wurde 1985 zum Naturdenkmal erklärt.


Die Gemeinden Bad Gleichenberg, Straden und Bad Radkersburg haben sich zur Klima- und Energiemodellregion "Wein- und Thermenregion Südoststeiermark" zusammengeschlossen. Straden lädt seine Gäste - neben dem Besuch der Kirchen - zu Rad- und Wandertouren ein, zu einer der vielen kulinarischen Betriebsführungen oder zum Genießen in einer der zahlreichen Buschenschenken.


Sehenswert im Ort und der Gemeinde sind u.a.

  • Straden
    • Marienkirche (1469–72, Anbau 1700–12): mit einem Barockaltar und gotischer Madonna (um 1520)
    • Pfarrhof (1764) mit Zisterne (1547)
    • Sebastianskirche (1515): mit schönen Heiligenfiguren (spätes 18. Jahrhundert) und wertvoller Orgel (um 1720)
    • Florianikirche (um 1650) mit Barockschnitzfiguren
    • (Reste der) Wehrmauer
    • Atlaszeder (Naturdenkmal)
  • zahlreiche Kapellen und Bildstöcke
  • Hof bei Straden
    • Brunnen des Johannisbrunnen-Heilwassers

Weiterführendes#

Literatur#

  • F. Frühwirth, Die Heimatgeschichte von Straden, 1962
  • G. Allmer u. N. Müller, 800 Jahre Pfarre Straden Festschrift 1188–1988, 1988
  • Ortschronik von Straden