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Voitsberg#

Voitsberg
Wappen von Voitsberg

Bundesland: Steiermark Voitsberg, Steiermark
Bezirk: Voitsberg
Einwohner: 9.403 (Stand 2018)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 394 m
Fläche: 28,62 km²
Postleitzahl: 8570
Website: www.voitsberg.at


Die Stadtgemeinde Voitsberg (Bezirk Voitsberg) liegt im Kainachtal, inmitten des weststeirischen Berg- und Hügellandes.

Die Gegend war bereits sehr früh besiedelt, was durch Funde aus der Jungsteinzeit belegt ist; auch Siedlungen aus der Urnenfelderzeit und aus der Zeit der Kelten wurden gefunden. Vermutlich bestand schon im 1. Jahrhundert n. Chr. hier eine römische Ansiedlung. Durch die Wirren der Völkerwanderungszeit wurde das Land mehr oder weniger entvölkert und erst ab 600 n. Chr. von den Slawen wieder besiedelt.

Die ursprüngliche Siedlung lag rund um die Margarethenkirche am Tregistbach, die bereits 1103 urkundlich genannt wurde. (Die Kirche wurde 1890 abgetragen.) Noch vor 1170 begann der Vogt Gottfried von Dürnstein mit dem Bau einer Burg, die 1183 als "Castrum Voitesperch" in einer Urkunde erwähnt wurde. In Folge wurde mit der planmäßigen Anlage einer neuen Marktsiedlung am Fuße des Burgbergs begonnen, die unter den Babenbergern erweitert wurde, um 1200 bereits Marktcharakter hatte und spätestens 1245 mit dem Stadtrecht ausgestattet war.

Bedeutung erlangte die Stadt durch die über das Kainachtal laufenden Straßenverbindungen in die Obersteiermark sowie den Handel mit Wein und anderen Gütern. (1307 wurden der Stadt Voitsberg durch einen von Herzog 'Friedrich dem Schönen' unterzeichneten "Freiheitsbrief" die gleichen Rechte zuerkannt wie sie die Stadt Graz besaß.)

Im Laufe der Jahrhunderte brachten Katastrophen (Heuschreckenschwärme, Pest, Brände, Hochwässer) und Türken- und Ungarneinfälle immer wieder Leid und wirtschaftliche Rückschläge über die Bevölkerung. Dauerhaften Aufschwung brachten Anfang des 19. Jahrhunderts die immer stärkere Aufschließung der Kohlelagerstätten, der Bau der Eisenbahn, die Errichtung einer modernen Glasfabrik und die Ansiedlung weiterer Industriebetriebe.

Zwischen 1856 und 1890 erfolgte die Abtragung der Stadttore - das Stadtbild wandelte sich von einer engen, durch Handel und Gewerbe geprägten Kleinstadt zur Industrie- und Bezirkshauptstadt. (1891 wurde Voitsberg Sitz der Bezirkshauptmannschaft.)

Heute ist Voitsberg ein regionales Wirtschaftszentrum mit überregionaler Bedeutung in den Alpe-Adria-Regionen und verkehrsmäßig gut erschlossen.

Sehenswert in der Stadt bzw. der Gemeinde sind u.a.

  • Stadtpfarrkirche (1690-1708): Kirche des 1812 aufgehobenen Karmeliterklosters mit barocker Einrichtung, mächtigem Hochaltar (1711) und bemerkenswerten Gemälden (um 1760-70)
  • ehemaliges Kloster (Ende 17. Jahrhundert)
  • Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung (Wehrmauer, Rundturm)
  • spätromanisch-gotische Michaelskirche (urkundlich 1268)
  • spätgotische Filialkirche heiliges Blut (1293)
  • Dorfkapelle Maria Knotenlöserin Tregist (gestaltet von Franz Weiss)
  • Mariensäule (1753)
  • Burgruine Obervoitsberg (urkundlich 1183)
  • Schloss Greisenegg (urkundlich 1443, 1877 Umbau in Landhaus)
  • Bürgerhäuser (im Kern 16./17. Jahrhundert)
  • Rathaus (um 1760): 2002 Fassenneugestaltung von Arik Brauer ( 120 m² handbemalte Keramikfliesen, Keramikfiguren)
  • Glasfabrik

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Köflach, Maria Lankowitz und Bärnbach den Tourismusverband "Lipizzanerheimat".

Weiterführendes#

Literatur#

  • E. Lasnik, Rund um den Heiligen Berg. Geschichte des Bezirks Voitsberg, 1982
  • J. Schreyer, Wirtschaftsraum Voitsberg. Probleme und Zukunftsperspektiven einer steirischen Industrieregion, 1993
  • Voitsberg - eine alte Stadt und ihre Gegenwart, 1994