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vom 23.03.2017, aktuelle Version,

Anselm Weber

Anselm Weber (* 1963 in München) ist ein deutscher Theater- und Opernregisseur und Intendant.

Leben

Anselm Weber begann 1984 ein Studium der Fotografie an der Staatlichen Fachakademie für Fotodesign, im Anschluss studierte er Germanistik, Philosophie und Anglistik in Berlin. Sein Kinderfilm Die Abenteuer des Tobias Schraube (1986) wurde 1987 auf dem Kinderfilmfest der Berlinale gezeigt.[1] 1986 bis 1989 war er Regieassistent an den Münchner Kammerspielen bei Dieter Dorn und Hans Lietzau. 1989 inszenierte er dort Die Minderleister von Peter Turrini im Werkraum.

Im Anschluss arbeitete er als freier Regisseur in Bonn am dortigen Schauspielhaus und in Berlin am Deutschen Theater. 1991 begann er als Hausregisseur am Schauspiel Frankfurt, wo er u. a. Die Jungfrau von Orléans (F. Schiller), Antigone (Sophokles) und die Uraufführung von Die Präsidentinnen (W. Schwab) erarbeitete. 1993 wechselte er an das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, wo er bis 2000 unter dem Intendanten Frank Baumbauer ebenfalls als Hausregisseur tätig war. Im Rahmen der Eröffnung inszenierte er die Uraufführung von Kritik in Festung (R. Goetz). Es folgten Inszenierungen u. a. von Zerbombt (DE von Sarah Kane), Katzelmacher (R. Fassbinder) und Nathan/Jude von Malta (Lessing/Marlowe).

In dieser Zeit war er auch als Gastdozent an der Universität Hamburg für den Studiengang Schauspielregie tätig. Parallel inszenierte er am Residenztheater München (u. a. Wallenstein von F. Schiller und Don Juan und Faust von C. Grabbe) und in Wien am Wiener Volkstheater (u. a. die DE von Blut von S. Belbel) und am Burgtheater (u. a. die DE von Der Kissenmann von M. McDonagh).

1999 gab er sein Debüt als Opernregisseur am Aalto-Musiktheater Essen mit Giuseppe Verdis Rigoletto. Es entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Stefan Soltesz, der in den folgenden Jahren die gemeinsamen Arbeiten an Lohengrin (2000) und Die Meistersinger von Nürnberg (2003) von R. Wagner bzw. Der Rosenkavalier (2004) von R. Strauss folgten.

Von 2001 bis 2003 war Anselm Weber als Oberspielleiter am Schauspiel Frankfurt tätig, bevor er von 2005 bis 2010 das Schauspiel Essen als Intendant leitete. Dort förderte er insbesondere junge Regietalente wie David Bösch und Roger Vontobel. Parallel arbeitet er seit 2004 als Opernregisseur an der Oper Frankfurt (u. a. Katja Kabanowa von L. Janáček, Die Tote Stadt von E. W. Korngold). Zusammen mit Roberto Ciulli war er Künstlerischer Leiter des Festivals Theater der Welt 2010.

Im selben Jahr wechselte er als Intendant an das Schauspielhaus Bochum. Dort inszenierte er u. a. Uraufführungen von C. Nußbaumeder, Reto Finger und Lutz Hübner. 2015 setzte er an der Oper Frankfurt Die Passagierin von M. Weinberg in Szene. Die Arbeit wurde 2016 zu den Wiener Festwochen eingeladen. Seit März 2016 ist Anselm Weber Präsidiumsmitglied der Deutschen Akademie der darstellenden Künste.

Ab der Spielzeit 2017/2018 wird er die Intendanz am Schauspiel Frankfurt und gemeinsam mit Bernd Loebe die Geschäftsführung der Städtischen Bühnen Frankfurt übernehmen.[2]

Ehrungen und Auszeichnungen

Inszenierungen (Auswahl)

(UA: Uraufführung; DA: deutschsprachige Erstaufführung)

Einzelnachweise

  1. Filmdatenblatt Die Erfindungen des Tobias Schraube, Berlinale Jahresarchv 1987, abgerufen am 28. Januar 2017
  2. Schauspiel Frankfurt: Anselm Weber als Intendant bestellt, Offenbach-Post vom 19. Juni 2015