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vom 07.11.2015, aktuelle Version,

Anton Grath

Anton Grath (* 18. Oktober 1881 in Wien; † 10. April 1956 ebenda) war ein österreichischer Bildhauer und Medailleur.

Leben

Anton Grath war Schüler des Anton Brenek an der Wiener Staatsgewerbeschule. Danach wurde er in die Wiener Akademie der bildenden Künste aufgenommen, wo Edmund von Hellmer und Hans Bitterlich seine Lehrer waren. In weiterer Folge wurde Grath Meisterschüler von Carl Kundmann und Rudolf Marschall. Studienreisen führten Grath nach Berlin, Zürich, Moskau und Olmütz. Er schuf zahlreiche große Plastiken, insbesondere religiöse Darstellungen; Denkmäler und Porträts sowie Medaillen und Plaketten. Seine Werke weisen eine solide Technik und strenge Stilisierung auf.[1]

1916 bat Grath um Aufnahme in das k.u.k. Kriegspressequartier (KPQ), was ihm jedoch mit der Begründung, dass bereits genügend Bildhauer im KPQ beschäftigt seien, versagt wurde.[2] Von 1916 bis 1920 wirkte Grath[3] in den Ende 1915 von Hans Spitzy (1872–1956) eingerichteten und geleiteten, dem Kriegsorthopädischen Spital (Reservespital Nr. 11, Gassergasse 44–46, Wien-Margareten) angeschlossenen Invalidenschulen[Anm. 1] (und Schulwerkstätten).[4]

Werke (Auszug)

Werke aus der Hand von Anton Grath befinden sich heute u. a. in den Sammlungen des Wiener Heeresgeschichtlichen Museums sowie der Österreichischen Galerie Belvedere.

  • Statuette Kaiser Franz Joseph I., 1911, Legierung, 10×7,8×25,8 cm, Heeresgeschichtliches Museum, Wien
  • Statuette Kaiser und Invalide, 1915 [5]
  • Relief Profilkopf mit Eichenlaub umwundener Stahlhelm, nach 1918, Gips überstrichen, 54,5×4×60 cm, Heeresgeschichtliches Museum, Wien
  • Bildniskopf Kopf mit Stahlhelm, nach 1918, Gipshohlguss bronziert, 29×37×60 cm, Heeresgeschichtliches Museum, Wien
  • Statuette Halbnackter Jüngling, nach 1918, Gips überstrichen, 26×16×67 cm, Heeresgeschichtliches Museum, Wien

Literatur

  • Andreas Zajic, Bernhard Frodl, Ilse Krumpöck (Red.): Die Bildwerke im Heeresgeschichtlichen Museum. Heeresgeschichtliches Museum, Wien 2004.
  • Ulrich Thieme (Hrsg.), Fred C. Willis (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Leipzig 1921, Band 14, S. 544. – Text online.

Einzelnachweise

  1. Thieme: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler.
  2. Zajic: Die Bildwerke im Heeresgeschichtlichen Museum, S. 61 f.
  3. Thomas F. Schneider (Hrsg.): Erich Maria Remarque. Das unbekannte Werk. Frühe Prosa, Werke aus dem Nachlaß, Briefe und Tagebücher. Band 4: Kurzprosa und Gedichte. Erste Auflage. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1998, ISBN 3-462-02695-X, S. 498.
  4. Louis Obrowsky: Historische Betrachtung der sozialmedizinischen Einrichtungen in Wien vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende der Ersten Republik. Beiträge zur neueren Geschichte Österreichs, Band 21, ISSN 0947-2355. Lang, Frankfurt am Main, Wien (u.a.) 2005, S. 105 ff.
  5. Kaiser und Invalide. In: Wiener Bilder, Nr. 27/1916 (XXI. Jahrgang), 2. Juli 1916, S. 10, oben links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrb

Anmerkungen

  1. Die Zentrale dürfte sich in Wien-Favoriten, Hebbelgasse 1, befunden haben. – Siehe: Invalidenschulen des (…). In: Lehmanns Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger. Band 1917. Hölder, Wien 1917, S. 150, unten links, online.