unbekannter Gast
vom 05.07.2017, aktuelle Version,

Astrit Alihajdaraj

Astrit Alihajdaraj (* 10. Dezember 1976 in Istog, Kosovo[1][2]) ist ein kosovo-albanischer Schauspieler und Autor.

Leben

Herkunft und Anfänge

Astrit Alihajdaraj wuchs als jüngstes von vier Kindern in Istog, einer kleinen Stadt im Nordwesten des Kosovo, auf.[2][3] Als Mitte der 1990er Jahre die politische Situation im Kosovo eskalierte, ging er nach Wien.[3] Dort studierte er zunächst an der Wirtschaftsuniversität Wien.[3]

Die Regisseurin Barbara Albert entdeckte Alihajdaraj während seines Studiums für ihren Debütfilm Nordrand (1999), in dem er Senad, einen illegal aus Bosnien eingewanderten Flüchtling, spielte.[3] Anschließend folgten weitere Engagements. Von 2001 bis 2005 absolvierte er dann seine Schauspielausbildung an der Filmschule Wien.

Theater

Erste Theaterengagements hatte er noch während seiner Ausbildung am WUK Wien (2004), in der Alten Werft in Korneuburg (2004) und beim Theater Gruppe 80 in Wien (2004).[2][3] 2005–2007, und nochmals 2009, gastierte er bei den Festspielen Reichenau. Hier stand er u.a. als Onufrij in Radetzkymarsch (2005), in Die letzten Tage der Menschheit (2006) und als Vinzenz in Der Schwierige (2007) auf der Bühne. Weitere Engagements hatte er beim freien Theaterensemble „Theater Tour“ (2006; als Rodrigo in Othello), bei den „Wiener Wortstätten“ (2007) und am Theater k.l.a.s. in Heunburg (2008). 2008 spielte er bei der Neuen Bühne Villach die Hauptrolle des Palästinensers Mahmoud in der österreichischen Erstaufführung des Theaterstücks Sechzehn Verletzte von Eliam Kraiem.[4]

Neben seinen Film- und TV-Engagements ist Alihajdaraj weiterhin immer wieder auch als Theaterschauspieler tätig. 2013/2014 spielte er am Wiener Off-Theater Theater Nestroyhof Hamakom die Rolle des totgeglaubten Liebhabers in dem Stück Habe die Ehre des syrischen Autors Ibrahim Amir (* 1984).[5] 2015 war er als Gast am Vorarlberger Landestheater engagiert[3]; dort spielte er den Comte de Guiche in Cyrano de Bergerac. In der Saison 2015/16 spielte er am Mierscher Kulturhaus in Luxemburg die Hauptrolle des Außenministers und Premierministers in spe Cosmo Constantine in dem Musical Call Me Madam.[6][7] 2016 spielte er am Theater Drachengasse in Wien die männliche Hauptrolle in dem Theaterstück Atmen von Duncan Macmillan.[8]

Er arbeitete am Theater u.a. mit den Regisseuren Christopher Widauer, Nicholas Ofczarek, Helmut Wiesner, Augustin Jagg, Alfred Meschnigg, Hans Escher und Christine Wipplinger zusammen.[3] Seit 2009 ist er auch als Theaterautor (Armend und sein Wien, Eine Reise nach Europa) tätig.[3] Das Kurzstück Armend und sein Wien schrieb er im Rahmen des interkulturellen Autorentheaterprojekts „Wiener Wortstätten“.[2]

Film und Fernsehen

Alihajdaraj wirkte in zahlreichen internationalen und deutschsprachigen Kino- und TV-Produktionen mit. In dem Kinofilm Balkan Traffic – Übermorgen Nirgendwo (2008) spielte er Dragan, einen von drei kriminellen Brüdern. Im Wiener Tatort: Operation Hiob (Erstausstrahlung: Juli 2010) hatte er, an der Seite von Harald Krassnitzer und Kasem Hoxha, eine Nebenrolle als Luca Conti.[9] Eine durchgehende Serienrolle übernahm er 2011–2012 als Akai Özgür in der österreichischen Fernsehserie Die Lottosieger.

Mehrfach war er in österreichischen Krimiserie SOKO Donau in Nebenrollen zu sehen: 2009 als rumänischer Messerstecher Traian Codri, 2011 als Mafia-Boss und Bordellbesitzer Milan Tarmac und 2017 als georgischer Mafia-Boss Sasa Grigol. Episodenrollen hatte er auch in den Fernsehserien Medicopter 117 – Jedes Leben zählt (2007; als Dombrowski), Schnell ermittelt (2011; als Tatverdächtiger Johannes Kranz), CopStories (2014), SOKO Kitzbühel (2015; als undurchsichtiger Geschäftsmann Nikolai Ivanov) und Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei (2016; als Toni Duric).

Im Dezember 2016 war Alihajdaraj in der ZDF-Serie SOKO München in einer Episodenrolle zu sehen; er spielte den Kosovo-Albaner Adnan Kemal, einen Gebrauchtwagenhändler und Drogendealer in Neuperlach. [10]

Privates

Astrit Alihajdaraj beherrscht mehrere Sprachen, in denen er auch multilingual spielt und vor der Kamera steht. Neben seiner Muttersprache Albanisch spricht er fließend Englisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch und Serbokroatisch.

Astrit Alihajdaraj, der als freier Schauspieler arbeitet, lebt seit 1996 in Wien.[2] Wien ist seither auch sein Arbeitsschwerpunkt und sein Hauptwohnsitz. Alihajdaraj ist Mitglied im Verband Österreichischer Filmschauspieler.[1]

Auszeichnungen

  • 2010: Bester Schauspieler im Kurzfilm Iliriana, beim Swikos Filmfestival
  • 2014: Bester Schauspieler im Spielfilm Gone Back, bei der Albanian Film Week in New York City.

Filmografie (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 Astrit Alihajdaraj; Profil und Vita bei Schauspielervideos.de. Abgerufen am 29. Januar 2017.
  2. 1 2 3 4 5 Astrit Alihajdaraj. Vita. Offizielle Internetpräsenz WIENER WORTSTAETTEN. Abgerufen am 29. Januar 2017.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 Astrit Alihajdaraj. Vita. Offizielle Internetpräsenz Vorarlberger Landestheater. Abgerufen am 29. Januar 2017.
  4. Sechzehn Verletzte/ Neue Bühne Villach. orf.at. Abgerufen am 29. Januar 2017
  5. Wiener Wortstätten: Ehrenmörderisch komisch. Aufführungskritik. Kultiversum.de vom 13. September 2013. Abgerufen am 29. Januar 2017
  6. Eine lebenslustige Botschafterin. Aufführungskritik. In: Letzebuerger Journal vom 11. Dezember 2015. Abgerufen am 29. Januar 2017
  7. Astrit Alihajdaraj, me rol në muzikalin e famshëm ‘Call me Madam’. Aufführungskritik. Gazeta Blic vom 5. Dezember 2015. Abgerufen am 29. Januar 2017
  8. "Atmen": Der Nachkomme als Lebensgefahr. Aufführungskritik. In: Der Standard vom 12. Jänner 2016. Abgerufen am 29. Januar 2017
  9. Tatort: Operation Hiob. Szenenfoto. Abgerufen am 29. Januar 2017
  10. Astrit Alihajdaraj në serialin gjerman “Soko Munchen” (VIDEO). Bericht und Video. www.gazetaexpress.com vom 6. Dezember 2016. Abgerufen am 29. Januar 2017.