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vom 08.01.2018, aktuelle Version,

Balog de Manko Bück

Balogh v. Mankó Bük Stammwappen (Siebm. Wappenbuch)

Die Balogh de Mankó Bük / Balog von Mankobück auf ung. Balogh mankóbüki[1] waren ein Adelsgeschlecht in Österreich-Ungarn, aus der westungarischen Gegend von Ödenburg/Sopron stammend, dessen Anwesenheit in Bük (Alsóbük, Mankóbük) seit 1552 urkundlich belegt ist.

Der Adel der Habsburgermonarchie ist in der heutigen Republik Österreich seit der Veröffentlichung des im Verfassungsrang stehenden Adelsaufhebungsgesetzes von 1919 als Stand samt Vorrechten rechtlich abgeschafft. In Ungarn wurde der Adel 1947 ebenfalls abgeschafft.

Herkunft und Geschichte

Balog v. Mankobükk (Husaren-Regiment Nr. 11 1918)

Die erste urkundliche Erwähnung der Familie Manko Bück ist als “Monko de Byky” 1351[2] zu finden. 1451 wird ein Johannes Manko de Byk genannt.[3]

Die Familie wurde im Laufe der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts über den Zerfall der Doppelmonarchie hinaus sowohl in Wien, als auch in Budapest ansässig.

Die Zeit vor 1840 wurde in unterschiedlichen Gegenden der Habsburgermonarchie verbracht, beispielsweise Siebenbürgen oder Mähren, später auch in der Steiermark und in der damals Österreich-Ungarischen Hafenstadt Fiume.

Balog de Manko Bück

Als Stammvater des Geschlechts gilt der Jurist und Hardesvogt Gáspar Balogh de Mankóbüki, (1556, 10. September 1580, 1610), während die lückenlose Stammreihe mit den Brüdern Lörinez (* 1618) und János (* 1620) beginnt. Die Linie nach Lörinez ist erloschen. [4]

Teil des Stammbaums der Familie Balog de Manko Bück. (Nach 1800)

Die meisten Mitglieder der Familie dienten als Militär in der Österreichischen Kaiserlichen Armee[5][6][7][8] und der Österreichisch-Ungarischen Armee[9][10][11][12], waren Rechtswissenschaftler oder später auch im Staats- und Kulturbereich tätig.[13][14]

1847 entstand durch Heirat eine direkte familiäre Verbindung zu dem berühmten Schriftsteller, Politiker und Adeligen Imre Madách de Sztregova et Kelecsény, welche auch später die gesellschaftliche und kulturelle Relevanz der Nachfolgen des Geschlechts im Kronland Ungarn bestimmen würde. Carl Balog von Mankobück wurde nach der Geburt zum Waisenkind, da seine Eltern während der Ungarischen Revolution von 1848 ermordet wurden, und wurde dann von seinem Onkel Imre als eigener Sohn auf Schloss Madách aufgezogen. 1914 wurde Carl Balog von Mankobück für sein lebenlanges Engagement als Jurist und Richter in Pécs mit dem Orden der Eisernen Krone II. Klasse ausgezeichnet.

Spuren dieser gemeinsamen Familiengeschichte sind im Slowakischen Nationalmuseum zu finden, da die Abteilung der Ungarischen Kultur in der Slowakei teilweise in Schloss Madách liegt.[15]

1869 heiratete in Olmütz die in Wien geborene Aloysia Balog de Manko Bück den Generalmajor Rudolf Freiherr Wagner von Wehrborn, Ritter des Militär-Maria-Theresien-Ordens. Direkte Nachkommen dieser Ehe sind Mitgliedern der deutschen Fürstenhäusern von Lippe-Weißenfeld und Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg[16].

Wappen

Wappen laut Liber Armorum Hungariae 1913
Stammwappen

Das Stammwappen zeigt in blauem Schild einen roten Arm, der drei weiße Straußenfedern hält, die Helmzier ist identisch (Arm mit Federn). Die Helmdecken sind silber-rot und gold-blau.

Wappen von 1913

Das Wappen von 1913 hat ein schräglinks geteiltes Schild, unten in grün ein roter Arm mit einem gekrümmten Säbel, oben in rot die drei weißen Straußenfedern, Helmzier sind die drei Federn (wie im Schild). Die Helmdecken sind wie im Stammwappen. Das Wappen ist in dem 1913 in Budapest veröffentlichten Werk Liber Armorum Hungariae, vom Österreichisch-Ungarischen Außenminister Graf Andrassy erfasst, zu finden.

Literatur

  • Géza Csergheö, Iván Nagy: Der Adel von Ungarn samt den Nebenländern der St. Stephanskrone. SIEBMACHER´s grosses Wappenbuch, Nürnberg 1893.
  • Georg Freiherr von Frölichsthal: Der Adel der Habsburgermonarchie im 19. und 20. Jahrhundert. Bauer & Raspe, 2008, S. 938.

Einzelnachweise

  1. Béla Kempelen:: Magyar Nemes Családok 1911.
  2. SAVARIA Bulletin der Museen des Komitats VAS. Direktion der Museen des Komitats Vas.
  3. SOPRON SZABAD KIRÁLYI VÁROS TÖRTÉNETE... SZÉKELY ÉS TÁRSA KÖNYVNYOMDÁJA, Sopron 1924.
  4. Militär-Schematismus des österreichischen Kaiserthums.. k.k Hof- und Staats-Aerarial-Drückerei, 1845.
  5. Die Zöglinge der Wiener-Neustädter Militär-Akademie von der Gründung des Institutes bis auf unsere Tage.. Druck und Commissions-Verlag von F.B. Gritler, Wien 1870, S. 465–466.
  6. Streffleurs militärische Zeitschrift. 1831.
  7. Militär-Schematismus des Österreichischen Kaiserthumes.. k.k Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1838.
  8. Militär-Schematismus des Österreichischen Kaiserthumes.. k.k Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1840.
  9. Schematismus für das kaiserliche und königliche Heer und für die kaiserliche und königliche Kriegs-Marine für 1898.. k. k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1897.
  10. Schematismus für das Kaiserliche und Königliche Heer und für die Kaiserliche und Königliche Marine für 1908.. Druck und Verlag der K.K Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1907.
  11. Schematismus für das K.u.K Heer und für die K.u.K Kriegsmarine für 1914.. Druck und Verlag der k.k Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1914, S. 640, 714.
  12. Ranglisten des Kaiserlichen und Königlichen Heeres 1918.. K.K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1918, S. 993.
  13. Agnes VAS: NÓGRÁD HONTI-PORTRAIT of IMRE MADÁCH City Library Local History.. HELYISMERETI KÖNYVTÁROS, .
  14. Róbert Kis-Kapin: Budapesti kitelepítettek Gyulaházán 1951−1953 között.
  15. Slovak National Museum.
  16. Holstein.