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vom 20.06.2017, aktuelle Version,

Bezirk Zell am See

Lage
Bezirk Hallein (Tennengau) Salzburg Bezirk Salzburg-Umgebung (Flachgau) Bezirk St. Johann im Pongau Bezirk Tamsweg (Lungau) Bezirk Zell am See (Pinzgau) Lage des Bezirks Zell am See im Land Salzburg (anklickbare Karte)
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Basisdaten
Bundesland Salzburg
NUTS-III-Region AT-322
Verwaltungssitz Zell am See
Fläche 2640,85 km²
Einwohner 86.923 (1. Jänner 2017)
Bevölkerungsdichte 33 Einw./km²
Kfz-Kennzeichen ZE
Bezirkshauptmannschaft
Bezirkshauptmann Mag. Dr. Bernhard Gratz, MBA
Webseite www.salzburg.gv.at/dienststellen/bezirke/bh-zellamsee
Karte
Bramberg am Wildkogel Bruck an der Großglocknerstraße Dienten am Hochkönig Fusch an der Großglocknerstraße Hollersbach im Pinzgau Kaprun Krimml Lend Leogang Lofer Maishofen Maria Alm am Steinernen Meer Mittersill Neukirchen am Großvenediger Niedernsill Piesendorf Rauris Saalbach-Hinterglemm Saalfelden am Steinernen Meer Sankt Martin bei Lofer Stuhlfelden Taxenbach Unken Uttendorf Viehhofen Wald im Pinzgau Weißbach bei Lofer Zell am See Salzburg (Bundesland) Lage der Gemeinde Bezirk Zell am See   im Bezirk Zell am See (anklickbare Karte)
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Bezirkshauptmannschaft Zell am See in Zell am See

Der Bezirk Zell am See ist ein Politischer Bezirk des Landes Salzburg.

Er ist mit dem Pinzgau deckungsgleich, einem der fünf Gaue des österreichischen Bundeslandes. Der Name Pinzgau stammt von den früher entlang der noch unregulierten Salzach vorkommenden Binsen. Im Osten grenzt der Bezirk an den Pongau, im Westen an das Bundesland Tirol, im Norden an Bayern, Deutschland und im Süden von Westen nach Osten an Südtirol (Italien), Osttirol und Kärnten. Der Bezirk Zell am See ist der Fläche nach der drittgrößte Bezirk Österreichs.

Geschichte

Im Jahr 923 werden die Grafschaften Ober-, Mittel- und Unterpinzgau in Urkunden erwähnt. Zuerst Teil des Landes Bayern, stand der Pinzgau von 1328 bis zum Jahr 1803 unter der Herrschaft der Salzburger Fürsterzbischöfe. Nachdem der Pinzgau ab 1810 für kurze Zeit unter bayerischer Verwaltung stand, kam er 1816 mit Salzburg zu Oberösterreich. Mit der Entstehung eines eigenen Kronlandes Salzburg 1848 erfolgte die Herausgabe einer Landesverfassung, die auch eine Neuregelung der Landesverwaltung und die Einführung der Gemeindeordnung mit sich brachte. Die Bezirkshauptmannschaft war 1850 bis 1854 in Saalfelden untergebracht und kam dann wieder nach Zell am See.

Geografie und Verkehr

Landschaftlich umfasst der Pinzgau die Einzugsgebiete der oberen Salzach (vom Gerlospass bis zur Einmündung der Gasteiner Ache) und der oberen Saalach (von Saalbach-Hinterglemm bis zur deutschen Grenze am Steinpass). Die Saalach durchfließt nach dem Verlassen des Glemmtales ein sich in nord-südlicher Richtung erstreckendes, zum oberen Salzachtal hin offenes Becken, in dem die Stadt Zell am See im Süden und die Stadt Saalfelden im Norden liegen. Bei Maishofen, das sich zwischen diesen beiden Städten befindet, liegt die Wasserscheide zwischen der Saalach (hier 757 m Meereshöhe) und dem nur dreieinhalb Kilometer entfernten, nach Süden zur Salzach entwässernden Zeller See (750 m Meereshöhe) weniger als zehn Höhenmeter über der Saalach.

Da der Pinzgau nördlich von Lofer an Deutschland sowie auf dem Alpenhauptkamm (Kamm der Hohen Tauern) im Bereich der Venedigergruppe und der Granatspitzgruppe an Italien grenzt, führen alle innerösterreichischen Verkehrswege von und nach Nordtirol und Vorarlberg durch diesen Bezirk. Seit 1873/75 wurde er durch die Salzburg-Tiroler-Bahn erschlossen. Der transalpine Verkehr zwischen Deutschland und Italien berührt das Gebiet aufgrund der schweren Überwindbarkeit der Hohen Tauern dagegen erst seit dem Bau der Großglockner-Hochalpenstraße im Jahre 1935. Eine weitere wichtige Nord-Süd-Verbindung wurde 1967 nach Osttirol mit der Eröffnung des Felbertauerntunnels geschaffen. Von den Hohen Tauern gehört außerdem die Glocknergruppe zum Pinzgau. Des Weiteren hat der Bezirk Anteil an den Mitteralpen um das Glemmtal, am Steinernern Meer, an den Dientener Bergen und an den Loferer Steinbergen. Die Leoganger Steinberge umfasst er fast vollständig.

Der Pinzgauer Höhenweg ist ein über Berge führender Weitwanderweg, der von Obertauern (Bezirk Sankt Johann im Pongau) über Zell am See nach Westen in die Kitzbüheler Alpen führt und in Tirol fortgesetzt wird.

Landschaftliche Gliederung

Zum Oberpinzgau gehören alle Gemeinden des alten Gerichtsbezirkes Mittersill von Krimml im Westen bis Niedernsill. Östlich schließt sich der Unterpinzgau an, zu welchem alle Orte des alten Gerichtsbezirkes Taxenbach, Piesendorf *, Kaprun *, sowie Bruck und Fusch gehören. Die Städte Zell am See und Saalfelden mit den umliegenden Pinzgauer Gemeinden nördlich des Ober- und des Unterpinzgaues bilden den Mitterpinzgau.

* Die Grenzen werden nicht immer klar gesehen. Oft werden auch Piesendorf und Kaprun zum Oberpinzgau gezählt.

In jüngster Zeit wird auch eine Aufteilung in vier Teilregionen kolportiert:

  • Oberpinzgau, Unterpinzgau, „Pinzgauer Zentralraum“ und „Unteres Saalachtal“[1]

Letztere Bezeichnung ist aus geografischer Sicht unrichtig, da in diesem Bereich sich erst der Mittellauf der Saalach befindet.

Verwaltungsgliederung

Der Bezirk Zell am See gliedert sich in folgende 28 Gemeinden, zu denen drei Städte und vier Marktgemeinden gehören (in Klammern die Einwohnerzahlen vom 1. Januar 2017[2]):

Gemeinde Lage Ew km² Ew / km² Gerichts­bezirk Region Typ
Bramberg am Wildkogel
3.963 117,27 34 Zell am See[3] Gemeinde
Bruck an der
Großglocknerstraße

4.644 45,68 102 Zell am See Gemeinde
Dienten am Hochkönig
763 49,79 15 Saalfelden Gemeinde
Fusch an der
Großglocknerstraße

698 158,05 4,4 Zell am See Gemeinde
Hollersbach im Pinzgau
1.201 76,95 16 Zell am See Gemeinde
Kaprun
3.160 100,23 32 Zell am See Gemeinde
Krimml
827 169,46 4,9 Zell am See Gemeinde
Lend
1.370 29,35 47 Zell am See Gemeinde
Leogang
3.265 90,36 36 Saalfelden Gemeinde
Lofer
2.062 55,67 37 Saalfelden Markt-
gemeinde
Maishofen
3.557 29,53 120 Saalfelden Gemeinde
Maria Alm am Steinernen Meer
2.219 125,49 18 Saalfelden Gemeinde
Mittersill
5.368 132,02 41 Zell am See Stadt-
gemeinde
Neukirchen am Großvenediger
2.523 165,98 15 Zell am See Markt-
gemeinde
Niedernsill
2.649 57,44 46 Zell am See Gemeinde
Piesendorf
3.778 50,93 74 Zell am See Gemeinde
Rauris
3.059 253,33 12 Zell am See Markt-
gemeinde
Saalbach-Hinterglemm
2.896 125,53 23 Saalfelden Gemeinde
Saalfelden am
Steinernen Meer

16.567 118,46 140 Saalfelden Stadt-
gemeinde
Sankt Martin bei Lofer
1.145 63,58 18 Saalfelden Gemeinde
Stuhlfelden
1.607 29,62 54 Zell am See Gemeinde
Taxenbach
2.755 88,31 31 Zell am See Markt-
gemeinde
Unken
1.949 108,88 18 Saalfelden Gemeinde
Uttendorf
2.931 167,75 17 Zell am See Gemeinde
Viehhofen
615 38,62 16 Saalfelden Gemeinde
Wald im Pinzgau
1.153 69,28 17 Zell am See Gemeinde
Weißbach bei Lofer
440 69,57 6,3 Saalfelden Gemeinde
Zell am See
9.759 55,12 177 Zell am See Stadt-
gemeinde

Die Gemeinden werden weiter in Katastralgemeinden untergliedert.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Kultur

Der Pinzgau, als Teil des Innergebirgs, hat eine recht eigenständige Volkskultur. In der Dialektsprache, dem Pinzgauerisch, eine Unterform des Mittelbairischen, mischen sich die Salzburgischen Elemente, die dem Pongauerischen verwandt sind, mit westlichen Tiroler Elementen, im Oberpinzgau mit Südbairischem (süd-/osttirolischem) Einfluss.

Das Heilwissen der Pinzgauerinnen, gesammeltes Wissen rund um die Heilmittel und deren praktische Anwendung im Pinzgau (eine Liste mit 106 Heilmitteln, deren Indikationen und Wirkungen ist erfasst), wurde 2010 als Immaterielles Welterbe, wie es die UNESCO deklariert, in die Österreichliste (Nationales Kulturgut) aufgenommen.[5] Ebenso fand das Hundstoaranggeln am Hohen Hundstein darin Aufnahme, ein Kampfritual (Ranggeln) und eine der ältesten Sportarten, die im Alpenraum ausgetragen wird.[6]

Einzelnachweise

  1. Regionen im Pinzgau, regpi.at
  2. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahresbeginn 2002-2017 nach Gemeinden (Gebietsstand 1.1.2017)
  3. Das BG Mittersill wurde mit 31. Dezember 2004 aufgelöst und der Sprengel dem BG Zell am See zugeschlagen.
  4. Katastralgemeinden im Pinzgau
  5. Heilwissen der Pinzgauerinnen. nationalagentur.unesco.at
  6. Hundstoaranggeln. nationalagentur.unesco.at
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