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Botsch

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Botsch (Begriffsklärung) aufgeführt.

Botsch war der Name einer Adelsfamilie des mittelalterlichen Tirols.

Die Familie hatte sich anfänglich in Bozen angesiedelt, stammte aber ursprünglich aus Florenz und nannte sich dort de Rossis oder auch de Bambarossi. Ihr ursprünglicher Name wurde von Botzo de Rossis durch Streichung seines Zunamens in Botsch verändert.

Mit der Erhebung in den Adelsstand im 14. Jahrhundert begann der Aufstieg der Botschen zu einer der bedeutendsten Familien Tirols. Ihre Mitglieder machten zahlreiche Stiftungen und Schenkungen an kirchliche Institutionen und waren im Spätmittelalter in der Landesverwaltung Tirols tätig.

Ähnlich den Vintlern kamen die Botsch im 14. Jahrhundert in den Besitz von Burgen im Bozner Raum: 1390 erscheinen sie als Inhaber der Burg Kasatsch oberhalb der Ortschaft Nals sowie wenig später, im Jahr 1397, von Burg Salurn und dessen Gerichtssprengel.[1] Seit 1417 waren sie dazu Lehnsnehmer der Zwingenburg bei Tisens-Prissian, und seit 1468 auch von Burg Auer bei Dorf Tirol. Aus diesem Grunde nannten sich Mitglieder dieser Familienlinie nachfolgend auch Botsch von Auer und Zwingenberg. Als weiteres Lehen erhielten die Botsch 1498 die Burg Goien bei Schenna.

Besondere urkundliche Erwähnung fanden die Familienmitglieder Christoph Botsch, der in den Jahren 1460–1471 und 1476–1478 Landeshauptmann an der Etsch und Burggraf zu Tirol war, und Simon Botsch, der als Oberhofmeister der Kinder Kaiser Ferdinands I. erscheint.

Ein weiteres wichtiges Familienmitglied war Blasius Botsch. Er war der Sohn von Heinrich Botsch. Seine Mutter hieß Luzia. Blasius wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts geboren. Kurz nach 1400 befand er sich im Dienst des Tiroler Landesfürsten Friedrich mit der leeren Tasche. Am 8. August 1410 richtete Blasius Botsch im Auftrag des Herzogs einen Absagebrief an Heinrich VI. von Rottenburg. Damit begann die Belagerung der Leuchtenburg. Blasius Botsch hatte noch drei Brüder, Hans, Georg und Heinrich.

Als die Botsch 1637 (Lit.: Köfler, 1985) im Mannesstamm erloschen, ging ihr Wappen an die Familie „von Stachelburg“ über.

Literatur

  • Werner Köfler: Land–Landschaft–Landtag. Geschichte der Tiroler Landtage von den Anfängen bis zur Aufhebung der landständischen Verfassung 1808. Wagner, Innsbruck 1985, ISBN 3-7030-0161-5
  • Johann Siebmacher: Österreichischer Adel – Der Landständische Adel in der gefürsteten Grafschaft Tirol. Erg. Bd. 22, IV, Tirol, Tafel 2

Einzelnachweise

  1. Hannes Obermair: Soziale Produktion von Recht? Das Weistum des Gerichts Salurn in Südtirol von 1403. In: Concilium Medii Aevi. 4. 2001, S. 179–208, Bezug S. 182.