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vom 30.08.2019, aktuelle Version,

Burgruine Senftenberg

Burgruine Senftenberg
Die Burgruine Senftenberg (rechts)

Die Burgruine Senftenberg (rechts)

Entstehungszeit: 1197
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Senftenberg
Geographische Lage 48° 26′ 56″ N, 15° 33′ 57″ O
Burgruine Senftenberg (Niederösterreich)
Burgruine Senftenberg

Die Burgruine Senftenberg ist die Ruine einer Höhenburg auf einem Hügel in der gleichnamigen Marktgemeinde Senftenberg im nördlichen Niederösterreich im Bezirk Krems-Land. Der Burgruinenverein Senftenberg, der die Ruine auf 100 Jahre gepachtet hat, hat sich in den letzten Jahren die Renovierung der Burgruine als Ziel gesetzt. Mithilfe einer durchgehenden Straße und eines Parkplatzes vom Ort zur ganzjährig besuchbaren Ruine wurde der Aufstieg erleichtert.[1]

Geschichte

Ansicht vom Süden

Die Burg und das Geschlecht wurden erstmals in einer Urkunde vom 26. April 1197 erwähnt, in der ein Rudegerus de Senftenberc als einer der Zeugen genannt wurde.[2] Die Erbauer der vorerst geplanten Höhenburg waren die Hochfreien von Lengenbach, die ebenfalls mehrere Burgen in Rehberg erbaut und bezogen hatten. Diese gaben sie jedoch ihren Verwandten weiter, die sich dann nach Senftenberg und Minnenbach nannten. Die Burg war im 13. Jahrhundert im Besitz der Zebringer, im 14. und 15. Jahrhundert gehörte sie den Wallseern. In den Jahren 1407 bis 1409 wurde die Burg im Zuge der Vormundschaftsfehden teilweise zerstört, danach aber wieder aufgebaut. Zur Zeit der ersten Wiener Türkenbelagerung war die Burg ein Zufluchtsort der Bevölkerung. Dokumentiert ist auch, dass sich um 1520 regelmäßig Straßenräuber in der Burg aufgehalten haben. In den Bauernkriegen, gegen Ende des 16. Jahrhunderts, wurde oft versucht, die Burg zu stürmen. Doch erst im Jahr 1645, im Zuge des Dreißigjährigen Krieges wurde sie von schwedischen Truppen unter der Führung von General Torstenson eingenommen und zerstört und verfiel danach. Erhalten sind noch drei Toranlagen, der quadratische Bergfried, eine Schildungsmauer und ein Turm. Auffällig sind die Schildungsmauer, die für österreichische Burgen eher ungewöhnlich ist und der Turm, der in seiner Basis eine rechteckige, in der Mitte eine ovale und im letzten Viertel eine sechseckige Form besitzt.[3]

Literatur

  • Wilfried Bahnmüller: Burgen und Schlösser in Niederösterreich. Die 103 schönsten Ausflugsziele. Berndorf, Kral-Verlag 2015, ISBN 978-3-99024-001-4, S. 149.
  • Evelyn Benesch, Bernd Euler-Rolle, Claudia Haas, Renate Holzschuh-Hofer, Wolfgang Huber, Katharina Packpfeifer, Eva Maria Vancsa-Tironiek, Wolfgang Vogg: Niederösterreich nördlich der Donau (= Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs). Anton Schroll & Co, Wien u. a. 1990, ISBN 3-7031-0652-2, S. 1080.
  • Georg Binder: Die Niederösterreichischen Burgen und Schlösser (2 Bde.). Wien–Leipzig 1925 II, S. 20.
  • Bertrand Michael Buchmann, Brigitte Faßbinder: Burgen und Schlösser zwischen Krems, Hartenstein und Jauerling. Burgen und Schlösser in Niederösterreich 16 (Birken-Reihe), St. Pölten–Wien 1990, S. 118 ff.
  • Falko Daim, Karin Kühtreiber, Thomas Kühtreiber: Burgen – Waldviertel, Wachau, Mährisches Thayatal. 2. Auflage, Verlag Freytag & Berndt, Wien 2009, ISBN 978-3-7079-1273-9, S. 480 ff.
  • Franz Eppel: Das Waldviertel. Verlag St. Peter, Salzburg 1966, S. 211.
  • Felix Halmer: Niederösterreichs Burgen, eine Auswahl. Birkenverlag, Wien 1956, S. 104 f.
  • Friedrich-Wilhelm Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters, Grundrisslexikon. Würzburg 1994, S. 563
  • Georg Clam-Martinic: Österreichisches Burgenlexikon, Linz 1992, ISBN 9783902397508, S. 189.[4]
  • Otto Piper: Österreichische Burgen, Bd. 3. S. 196, Wien, Hölder, 1904,[5]
  • Otto Piper, Thomas Kühtreiber (Hrsg.): Die Burgen Niederösterreichs / von Otto Piper. Schleinbach, Ed. Winkler-Hermaden 2012, S. 279, ISBN 978-3-9503151-0-3
  • Gerhard Reichhalter, Karin und Thomas Kühtreiber: Burgen Waldviertel Wachau. Verlag Schubert & Franzke, St. Pölten 2001, ISBN 3705605305, S. 352 ff.
  • Ilse Schöndorfer: Steine und Sagen – Burgruinen in Niederösterreich, 1. Auflage 1999, Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, St.Pölten–Wien, ISBN 3-85326-114-0, S. 102 ff.
  • Gerhard Stenzel: Von Burg zu Burg in Österreich. 1973, S. 225.
  • Gerhard Stenzel: Österreichs Burgen. Himberg 1989, S. 111.
  • Hans Tietze: Die Denkmale des politischen Bezirkes Krems. Österreichische Kunsttopographie I, Wien 1907, S. 380 f.
  • Georg Matthäus Vischer: Topographia Archiducatus Austriae Inferioris Modernae 1672. Reprint Graz 1976 V.O.M.B., Nr. 117.
  Commons: Ruine Senftenberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Über die Burgruine Senftenberg laut tiscover.at (abgerufen am 19. August 2008)
  2. F. Fux Senftenberg. Vom Herrensitz zum Gesundheitszentrum; Verlag: Marktgemeinde Senftenberg, Senftenberg, 1995.
  3. Angaben über die Burgruine Senftenberg laut burgenkunde.at (abgerufen am 7. März 2010)
  4. Online bei Austria-Forum
  5. Online bei Münchener Digitalisierungszentrum