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vom 11.02.2017, aktuelle Version,

Corps Joannea

Joanneas Wappen

Das Corps Joannea Graz ist eine Studentenverbindung im Kösener SC-Verband. Mit den Corps Vandalia und Teutonia und der suspendierten Danubia bildet es den Senioren-Convent zu Graz. Die Farben sind grün-gold-rot auf goldener Perkussion.

Geschichte

Hauptartikel: Kösener Corps in Österreich

Das Corps ist benannt nach Erzherzog Johann von Österreich, der das Joanneum als Vorläufer der Technischen Universität Graz gegründet hatte. Am 9. November 1861 als technische Verbindung gestiftet, gehört Joannea zu den ältesten Grazer Studentenverbindungen.[1][2] Am 2. Februar 1862 erklärte sie sich zum Corps. Um die Jahrhundertwende bewahrte sie das Corps Schacht Leoben und das Akademische Corps Teutonia zu Graz vor der Suspension.[3]

Sie beteiligte sich an der Gründung der Vandalia Graz. Joannea gehörte 1877 zu den konstituierenden Mitgliedern vom Linzer Delegierten-Congresses der österreichischen Corps (später Melker Congress), der nach dem Deutschen Krieg zumindest Anlehnung an die Kösener Corps suchte. Zwei Vertreter des Corps – Ernst Vergani und Robert Pattei – beteiligten sich am 1882 veröffentlichten Grundsatzpapiers Linzer Programm, das die Grundlage für den österreichischen Deutschnationalismus war.[4]

Als sich der Melker Congress 1887 wegen des zunehmenden Nationalitätenkonflikts in der österreichischen Akademikerschaft auflöste, blieb Joannea zunächst verbandsfrei. Am 13. März 1898 gehörte sie zu den Gründern des deutschnationalen Hohensalzburger SC-Verbandes (HSSCV). Ebenso erhielt sie 1898 den Ehrentitel „Gründer des Vereins Südmark“ gegen Zahlung einer Gebühr von 50 Gulden.[5]

Wie viele Corps in Graz litt auch das Joannea Graz zwischen 1890 und 1910 unter Mitgliederschwund, konnte jedoch im Wintersemester 1905/1906 zwölf Burschen und acht Füchse melden.[6]

Auf einem Arbeitstreffen der Corps im November 1908 in Salzburg schlug ein Mitglied des Corps Joannea Graz die Einführung eines Arierparagraphen sowie deutschvölkischer Erziehung als Basis des Corpslebens vor. Dieser Vorschlag wurde von der Mehrheit der anwesenden Corps angenommen.[7]

Nach dem Ersten Weltkrieg stellten die Grazer Waffenstudenten unter corpsstudentischer Führung einen Sicherheitsdienst auf, der öffentliche Einrichtungen der Stadt schützte. Nachdem Joannea wie Vandalia Graz schon 1914 die Aufnahme beantragt hatte, wurde sie 1919 mit Vandalia und Teutonia als Grazer SC in den KSCV aufgenommen. 1924 zählt sie zu den Gründungsmitgliedern des Süddeutschen Kartells.

Als der „Anschluss Österreichs“ 1938 dem austrofaschistischen Ständestaat ein Ende machte, musste Joannea wie alle Corps suspendieren. Ab 1950 fand wieder der aktive Betrieb unter dem Namen Graecium statt. Unter seinen alten Farben bezog das Corps 1952 erneut das alte Corpshaus.

Bekannte Mitglieder

In alphabetischer Reihenfolge

Verhältnisse

Hauptartikel: Verhältnisvertrag und Kösener Kreise

Joannea gehört zum Süddeutschen Kartell. Seit 1908 besteht außerdem ein Vorstellungsverhältnis mit dem Akademischen Corps Symposion Wien.

Literatur

  • Corps Joannea Graz: Corps Joannea. In: Michael Doeberl: Das akademische Deutschland. Band 2, Berlin 1931, S. 797.
  • Arnold Schober, Walter Linhart: 100 Jahre Joannea. Ein Abriß der Geschichte des Corps Joannea zu Graz 1861–1961. Graz 1961
  • Paulgerhard Gladen: Geschichte der studentischen Korporationsverbände, Band I: Die schlagenden Verbände, 1981, S. 30, 36, 41–44
  • Walter Rabe: Corps in Österreich bis 1965. In: Handbuch des Kösener Corpsstudenten in zwei Bänden. Band 2, Würzburg 1985, S. 82–90
  • Paulgerhard Gladen: Die Kösener und Weinheimer Corps. Hilden 2007
  Commons: Corps Joannea Graz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Murray G. Hall, Christina Köstner: …Allerlei für die Nationalbibliothek zu ergattern…: eine österreichische Institution in der NS-Zeit. Böhlau Verlag Wien, 2006 ISBN 978-3-205-77504-1 S. 45
  2. Franz Xavier Krones: "Geschichte der Karl Franzens-Universität in Graz". Graz 1886 S. 185
  3. Alexander Graf: "Los von Rom" und "heim ins Reich": Das deutschnationale Akademikermilieu an den cisleithanischen Hochschulen der Habsburgermonarchie 1859–1914. LIT Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-643-12834-8, S. 128
  4. Alexander Graf: "Los von Rom" und "heim ins Reich": Das deutschnationale Akademikermilieu an den cisleithanischen Hochschulen der Habsburgermonarchie 1859–1914. LIT Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-643-12834-8, S. 98
  5. Alexander Graf: "Los von Rom" und "heim ins Reich": Das deutschnationale Akademikermilieu an den cisleithanischen Hochschulen der Habsburgermonarchie 1859–1914. LIT Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-643-12834-8, S. 211
  6. Alexander Graf: "Los von Rom" und "heim ins Reich": Das deutschnationale Akademikermilieu an den cisleithanischen Hochschulen der Habsburgermonarchie 1859–1914. LIT Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-643-12834-8, S. 91
  7. Alexander Graf: "Los von Rom" und "heim ins Reich": Das deutschnationale Akademikermilieu an den cisleithanischen Hochschulen der Habsburgermonarchie 1859–1914. LIT Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-643-12834-8, S. 79