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vom 03.04.2016, aktuelle Version,

Elisabeth Ettlinger

Elisabeth Ettlinger (* 14. Juli 1915 in Breslau als Elisabeth Lachmann; † 21. März 2012 in Küsnacht bei Zürich) war eine Schweizer Provinzialrömische Archäologin.

Sie war die Tochter des Geologen Richard Lachmann (1885–1916) und seiner Frau Hedwig, geborene Hopf (1893–1953), einer Schwester des Mathematikers Heinz Hopf (1894–1971). In den 1930er Jahren emigrierte sie in die Schweiz und studierte an der Universität Basel Archäologie. 1943 verfasste sie eine Preisarbeit mit dem Titel Über frühkaiserzeitliche Fibeln in der Schweiz, mit der sie zum Dr. phil. promoviert wurde. Ab 1964 arbeitete sie als Lehrbeauftragte für provinzialrömische Archäologie an der Universität Bern, wo sie sich auch 1969 habilitierte und ab 1970 als ao. Professorin tätig war. Sie trat 1980 in den Ruhestand.

Ihr Arbeitsgebiet war die provinzialrömische Archäologie der Schweiz, besonders aber die Erforschung der römischen Keramik (Terra Sigillata). 1957 war sie Mitbegründerin der Rei cretariae romanae Fautores, der Vereinigung der Forscher auf dem Gebiet der römischen Keramik. Sie veröffentlichte zahlreiche Monografien, Aufsätze und Lexikonartikel auf diesem Gebiet. In Anerkennung ihrer Forschungsleistung wurde sie zum ordentlichen Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts gewählt (1956) sowie des Österreichischen Archäologischen Instituts (1975) und zum Ehrenmitglied der Society of Antiquaries in London (1976). Ihr Nachlass befindet sich in der Öffentlichen Bibliothek der Universität Basel, die ihn 2009 als Geschenk von Martin Guggisberg erhielt.

Sie war ab 1940 mit dem Mikrobiologen Leopold Ettlinger (1914–2008) verheiratet.

Literatur

  • Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, Ausgabe 1987, Band 1, S. 969.
  • Katrin Roth-Rubi: Schriftenverzeichnis Elisabeth Ettlinger. In: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 47 (1990), S. 197–200 (online).
  • NZZ vom 27. März 2012, S. 14