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vom 22.02.2017, aktuelle Version,

Erich Hof

Grab Erich Hof, Hernalser Friedhof

Erich Hof (* 3. August 1936 in Brigittenau, Wien; † 25. Jänner 1995 in Wien) war ein österreichischer Fußballspieler und späterer Fußballtrainer. Er gilt als eines der größten Idole des Wiener Sport-Clubs und war einer der erfolgreichsten Stürmer in der Geschichte der österreichischen Nationalmannschaft. Als Trainer durfte er zudem selbst das österreichische Team über zwei Jahre lang betreuen.

Karriere

Erich Hof fiel bereits früh wegen seines Spielwitzes, seiner Technik, der Freistöße und Übersicht beim Brigittenauer SCR Hochstädt auf und erinnerte durch seine Schweigsamkeit ein wenig an Matthias Sindelar. Von Hochstädt kam er nach Dornbach zum Sport-Club, wo er als 17-Jähriger bei seinem Debüt in der Staatsliga am 6. März 1954 nach nur sechs Minuten bereits sein erstes Ligator im Meisterschaftsspiel gegen den WAC erzielte. Gemeinsam mit Walter Horak, Adolf Knoll, Josef Hamerl und Karl Skerlan stellte der trickreiche Mittelstürmer bald den berühmten Fünfer-Angriff der Dornbacher dar, mit dem der Verein den österreichischen Fußball der späten 1950er Jahre dominierte. Zwei Jahre lang, beziehungsweise 41 Spiele in Folge, blieb Erich Hof mit seiner Mannschaft ungeschlagen, wurde in dieser Zeit zweimal Meister und zweifacher Torschützenkönig. Auch an den großen Erfolgen im Europapokal des WSC war Erich Hof entscheidend beteiligt. Im legendären Rückspiel am 1. Oktober 1958 im Europacup der Meister gegen Juventus Turin schoss er beim 7:0-Sieg im Praterstadion zwei Tore (das Hinspiel hatte Juve 3:1 gewonnen). Seine 224 Meisterschaftstore für den WSC sind bis heute unerreicht, sein Engagement in Dornbach war nur durch ein kurzes Intermezzo bei der Wiener Austria unterbrochen.

Auch Erich Hofs Trefferquote in der Nationalmannschaft wird nur von Anton Schall übertroffen. Er war einer der Stammkräfte der Decker-Ära, verpasste allerdings die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Hof begeisterte in vielen internationalen Spielen. Eine besonders herausragende Leistung in einem Spiel gegen Ungarn im Herbst 1961 veranlasste den bekannten ungarischen Sportreporter und Fußballexperten Georg Szepesi zum (wenn auch sicherlich übertriebenen) Kommentar, Erich Hof sei "der beste Spieler der Welt". Zweifellos war Hof aber, hinsichtlich Technik, Spielübersicht und Ideenreichtum, Weltklasse. Erich Hof musste keineswegs wegen abfallender Leistungen seine Teamkarriere beenden – in seinen letzten fünf Länderspielen schoss er neun Tore – eine schwere Meniskusverletzung setzte 1968 seiner aktiven Fußballerlaufbahn ein Ende. Später arbeitete er mehrmals als Trainer in Dornbach und holte 1980 auch mit Austria Wien das Double und ein Jahr später den Meisterteller. Im Frühjahr 1982 wurde er als Trainer der Austria entlassen und Václav Halama wurde sein Nachfolger. Nach der WM 1982 sprang er schließlich auch als österreichischer Nationaltrainer ein. Nach gutem Beginn – drei Spiele, drei Siege, 11:0 Tore – musste er allerdings bereits 1984 nach verpasster EM-Qualifikation wieder zurücktreten und Branko Elsner auf der Trainerbank Platz machen. Außerdem arbeitete er kurzzeitig als Trainer in Griechenland bei Diagoras Rhodos (1987).[1] Bis zu seinem Tod arbeitete Erich Hof weiterhin als Berater für Sport-Club und Austria. Am 25. Jänner 1995 erlag Erich Hof im AKH Wien im Alter von 58 Jahren seinem jahrelangen Krebsleiden. An seinem Wohnhaus in der Hernalser Hauptstraße 214 erinnert seit einigen Jahren eine Gedenktafel an den großen Fußballer.

Erich Hof wurde in Wien auf dem Hernalser Friedhof (Gruppe 16, Reihe EG, Nummer 16) bestattet.

Stationen

Spieler

Trainer

Erfolge

Spieler

Trainer

ÖFB-Länderspiele unter Teamchef Erich Hof

Legende
  • H = Heimspiel
  • A = Auswärtsspiel
  • − = kein offizielles Länderspiel
  • grüne Hintergrundfarbe = Sieg Österreichs
  • gelbe Hintergrundfarbe = Unentschieden
  • rote Hintergrundfarbe = Niederlage
Spiele Siege Remis Niederlagen Tore TD
15 6 3 6 22:20 +2
Nr. Datum Ergebnis Gegner Austragungsort Anlass Bemerkung
461 22.09.1982 5:0 Albanien 1946 Albanien H Wien EM 1984-Qualifikation Erstes Länderspiel im Gerhard-Hanappi-Stadion
462 13.10.1982 2:0 Nordirland Nordirland H Wien EM 1984-Qualifikation
463 17.11.1982 4:0 Turkei Türkei H Wien EM 1984-Qualifikation
464 27.04.1983 0:0 Deutschland Bundesrepublik Deutschland H Wien EM 1984-Qualifikation
465 17.05.1983 2:2 Sowjetunion Sowjetunion H Wien
466 08.06.1983 2:1 Albanien 1946 Albanien A Tirana (ALB) EM 1984-Qualifikation
467 21.09.1983 1:3 Nordirland Nordirland A Belfast (NIR) EM 1984-Qualifikation
468 05.10.1983 0:3 Deutschland Bundesrepublik Deutschland A Gelsenkirchen (GER) EM 1984-Qualifikation
469 16.11.1983 1:3 Turkei Türkei A Istanbul (TUR) EM 1984-Qualifikation Österreich verpasst als Gruppendritter die EM-Qualifikation
470 28.03.1984 0:1 Frankreich Frankreich A Bordeaux (FRA)
471 18.04.1984 0:0 Griechenland Griechenland H Wien
472 02.05.1984 2:1 Zypern Republik Zypern A Nikosia (CYP) WM 1986-Qualifikation
07.06.1984 6:0 Liechtenstein Liechtenstein A Vaduz (LIE) Erstes Länderspiel gegen Liechtenstein, kein offizielles Länderspiel
473 12.09.1984 1:3 Danemark Dänemark A Kopenhagen (DEN)
474 26.09.1984 1:3 Ungarn 1957 Ungarn A Budapest (HUN) WM 1986-Qualifikation
475 14.11.1984 1:0 Niederlande Niederlande H Wien WM 1986-Qualifikation

Fußnoten

  1. RSSSF Greece: 1978/88