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vom 11.06.2017, aktuelle Version,

Holger Magel

Holger Herbert Magel (* 3. Mai 1944[1] in Neuburg an der Donau) ist deutscher Geodät und Professor für Bodenordnung und Landmanagement am Institut für Geodäsie, GIS und Landmanagement der TU München.

Leben

Magel studierte von 1963 bis 1968 Vermessungswesen an der TH München. Nach einer Tätigkeit im Bereich Ingenieurgeodäsie und Kataster in einem österreichischen Ingenieurbüro absolvierte er 1971 sein Bayerisches Referendariat mit Großer Staatsprüfung. Bis 1974 war er Leiter von Flurbereinigungsverfahren einschließlich Dorferneuerung, städtebaulicher Umlegung und Bauleitplanung in Ober- und Niederbayern. Ab 1975 war er Konservator am Lehrstuhl für Flurbereinigung und ländliche Neuordnung der Technischen Universität München und Organisator der postgradualen Kontaktstudiengänge Ländliche Neuordnung. 1977 wurde er mit einer Arbeit über Planungsfragen in der Flurbereinigung an der TUM zum Dr.-Ing. promoviert.

Von 1978 bis 1997 war Magel in leitender Funktion an der Abteilung Ländliche Entwicklung der Obersten Flurbereinigungsbehörde im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten tätig. 1979 wurde er deren Referatsleiter und 1995 Abteilungsleiter und Chef der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung.

Nach langjähriger Tätigkeit als Dozent an der Universität der Bundeswehr München und an der Technischen Universität München wurde er 1993 Honorarprofessor für Ländliche Neuordnung ernannt.

1998 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Bodenordnung und Landentwicklung an der Technischen Universität München sowie Direktor des Instituts für Geodäsie, GIS und Landmanagement.

Magel engagiert sich in zahlreichen Ehrenämtern, wie beispielsweise seit 2002 als Präsident der Fédération Internationale des Géomètres (FIG). Zudem ist er Präsident der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum, Mitglied des obersten Landesplanungsbeirats Bayern. Er ist ordentliches Mitglied der Deutschen Geodätischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Magel wohnt in München.[1]

Wirken

Magel wurde auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene bekannt mit seinem Engagement für die Dorferneuerung. Bereits 1983 hatte er eine eigenständige Landschaftsplanung in der Flurneuordnung in Bayern eingeführt. Durch seine Initiative wurden die drei bayerischen Schulen der Dorferneuerung und Landentwicklung (Thierhaupten, Plankstetten und Klosterlangheim) gegründet.

Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurde Holger Magel für seinen beispielhaften Einsatz für den Ländlichen Raum, insbesondere Landentwicklung und Dorferneuerung, stellvertretend für den Bundespräsidenten Horst Köhler durch den bayerischen Landwirtschaftsminister Josef Miller in München überreicht.

Magel hat zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen publiziert. Er ist Herausgeber der Materialiensammlung des Lehrstuhls für Bodenordnung und Landentwicklung der Technischen Universität München und Mitglied im Redaktionsbeirat der Zeitschrift Socioloija sela (Rural Sociology), Zagreb, Kroatien.

Auszeichnungen und Ehrungen

Schriften (Auswahl)

  • Neue Wege in der Kommunalpolitik, Jehle 2000, ISBN 3782504119, zusammen mit Alois Glück
  • Der ländliche Raum und die Informationsgesellschaft. Trends, Fakten, Auswirkungen, Tauriska 2000, ISBN 3901257179, zusammen mit Alfred Winter
  • Mobilität und Nachhaltigkeit – Wie passt das zusammen?, Bayerische Akad. Ländl. Raum 2002, ISBN 393186331X, zusammen mit Richard Eisenried, Gerhard Hess
  • Neue Netze des Bürgerschaftlichen Engagements. Stärkung der Familien durch ehrenamtliche Initiativen, Jehle 2004, ISBN 3782504704, zusammen mit Alois Glück, Thomas Röbke
  • It's all about Land oder Wie internationale Netzwerke die Landrage angehen, Zeitschriftenartikel aus: zfv Zeitschrift für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement, Jg.: 131, Nr.5, 2006

Einzelnachweise

  1. 1 2 zfv – Zeitschrift für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement, 139. Jg., Nr. 2/2014, ISSN 1618-8950, S. n-33