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vom 16.05.2017, aktuelle Version,

Jakob Kopp (Dichter)

Jakob Kopp (* 13. November 1871 in Imst; † 9. Mai 1960 in Innsbruck) war ein österreichischer Zeichner und Mundartdichter, der im Dialekt des Tiroler Oberlandes schrieb.

Leben und Wirken

Jakob Kopp war, wie auch sein Bruder Hermann Kopp (1863–1912), Teil einer Bewegung von Mundartdichtern in Imst rund um Karl von Lutterotti.[1] Zahlreiche seiner Gedichte wurden als Volkslieder vertont, unter anderem von Josef Pöll.[2]

Während der Zeit des Nationalsozialismus schrieb Kopp nationalsozialistische Propaganda. 1938 schrieb er etwa den Text zum sogenannten Anschlusslied über den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich mit dem Refrain „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“; die Musik schrieb Leo Eiter.[3] Von Kopp stammt auch das antisemitische Gedicht Tiroler Volkssturm 1944, das von Josef Eduard Ploner als Volkslied umgesetzt wurde und Eingang in dessen 1942 veröffentlichtes propagandistisches Liederbuch im Auftrag des Gauleiters Franz Hofer fand.[2][4]

Kopps bekanntestes Werk ist das Heimatgedicht Miar Oberländer felsaföscht, das als „Hymne der Oberländer“ gilt.[1] Es wurde ebenfalls von Ploner vertont und im Rahmen eines „Brauchtumsabends“ am 27. Mai 1944 in Imst uraufgeführt.[5]

Die Jakob-Kopp-Straße in Imst ist nach ihm benannt.

Werke

  • Von der Imschterhuemet. Gedichte in Oberländer u. Oetztaler Mundart. Hötting bei Innsbruck 1934.
  • Zwischen Zirl und Kopfstoa. Gedichte in Tiroler Mundart. Innsbruck 1948.
  • Derhuam. Gedichte in Oberländer Mundart. Imst 1986 (auch mit Beiträgen von Karl Jais und Martha Schatz).

Einzelnachweise

  1. 1 2 Hubert Brenn: Zur Geschichte der Tiroler Mundarten und Mundartdichtung. S. 24 (tiroler-mundart.at [abgerufen am 19. März 2016]).
  2. 1 2 Werkverzeichnis. In: Arbeitsgemeinschaft Tiroler Komponisten: NS-Zeit. Abgerufen am 19. März 2016.
  3. Gerhard Scheit: MiB 2014 - Tiroler Musikleben in der NS-Zeit. Tiroler Musikleben in der NS-Zeit. Ausstellung vom 3. Mai - 3. August 2014. Abgerufen am 19. März 2016.
  4. Michael Wedekind: Stellungnahme zu den vom Verein >Institut für Tiroler Musikforschung< (Rum bei Innsbruck) vorgelegten Publikationen zu den Musikschaffenden der >Arbeitsgemeinschaft Tiroler Komponisten< (1934–1938). Wien 2013, S. 16 (tirol.gv.at [PDF; abgerufen am 19. März 2016]).
  5. 1943/44. In: Arbeitsgemeinschaft Tiroler Komponisten: NS-Zeit. Abgerufen am 19. März 2016.