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vom 19.06.2017, aktuelle Version,

Jesuitenkirche (Innsbruck)

Außenansicht
Jesuitenkirche Innsbruck innen
Blick auf die Orgel

Die römisch-katholische Jesuitenkirche in Innsbruck ist eine Dreifaltigkeitskirche nahe der Alten Universität, östlich der Altstadt.

Geschichte

Sie wurde anstelle von Vorgängerbauten 1627–1646 von Karl Fontaner und Christoph Gumpp dem Jüngeren erbaut. Die Fassadentürme von Friedrich Schachner wurden 1901 von Johann von Sieberer gestiftet. Die Kirche gilt als Frühwerk des Barock in Innsbruck. Vorbilder für die Kreuzkuppelkirche waren Il Gesù in Rom und der Neubau des Doms in Salzburg. Typisch ist die strenge Gliederung der Vorderfront.

Verehrungsstätte des Hl. Pirminius

Seit 1575 befindet sich hier der Leib des Hl. Pirminius, der auch zum Stadtpatron avancierte. Er stammt ursprünglich aus dem Pfälzischen Kloster Hornbach, dessen letzter Abt, Anton von Salm, die Reliquien 1558 wegen der erfolgten Klosteraufhebung nach Speyer rettete. Von dort verbrachte sie 1575 der ehemalige Präsident des Reichskammergerichtes zu Speyer und nunmehrige Statthalter von Tirol – Graf Schweikhard von Helfenstein – nach Innsbruck, wo sie sich heute in einem modernen Schrein in der Jesuitenkirche befinden.[1]

Orgel

Die Orgel der Jesuitenkirche wurde 1959 von der Orgelbaufirma E. F. Walcker & Cie. erbaut. Die Disposition stammt von Anton Heiller. Das Schleifladen-Instrument hat 34 Register auf drei Manualen und Pedal. Im Zuge einer Generalsanierung im Jahre 2004 und in den Jahren 2007–2008 wurde die Disposition geringfügig verändert.[2]

I Rückpositiv C–g3
1. Gedeckt 8′
2. Quintatön 8′
3. Prästant 4′
4. Rohrflöte 4′
5. Gemshorn 2′
6. Sesquialtera II 223
7. Scharff IV 1′
8. Dulcian 16′
9. Schalmey[Anm. 1] 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–g3
10. Quintatön 16′
11. Prinzipal 8′
12. Rohrflöte 8′
13. Oktave 4′
14. Spitzflöte 4′
15. Nasat 223
16. Oktave 2′
17. Mixtur V[Anm. 2] 223
18. Cornett III[Anm. 1] 223
19. Trompete 8′
Tremulant
III Brustwerk C–g3
20. Copula 8′
21. Kleingedeckt 4′
22. Prinzipal 2′
23. Quinte 113
24. Zimbel III 13
25. Holzkrummhorn[Anm. 3] 8′
Tremulant
Pedalwerk C–f1
26. Prinzipalbass 16′
27. Subbass 16′
28. Oktavbass 8′
29. Gedecktbass 8′
30. Choralbass 4′
31. Nachthorn 2′
32. Rauschpfeife III 223
33. Posaune 16′
34. Trompete[Anm. 4] 8′
  • Koppeln: I/II, III/II, I/P, II/P, III/P
  • Anmerkungen
  1. 1 2 neues Register (2008).
  2. 2008; vormals VI-VIII-chörig.
  3. 2008; vormals im Rückpositiv; an dieser Stelle vorhandenes Regal 8′ wurde eingelagert.
  4. 2004; vormals Trompete 4′.

Glocken

Bis zum Jahre 1901 waren vier Glocken aus den Jahren 1579 und 1640 vorhanden. Die größte Glocke, Silberne Glocke genannt, 1597 von Hans Christof Löffler mit 1.300 Kilogramm Gewicht bei einem Durchmesser von 1,30 Metern Durchmesser im Ton dis′ gegossen, blieb als einzige der vier Glocken erhalten, als man im Jahre 1901 ein monumentales Siebenergeläut von über 21 Tonnen Gewicht angeschafft hatte. Sie überdauerte auch die beiden Weltkriege und versah das Läuten über viele Jahre hinweg als einzige Glocke der Kirche. Anlässlich des 150. Jahrestages des Tiroler Freiheitskampfes im Jahre 1959 stifteten die Tiroler Schützenkompanien eine große Glocke. Sie wurde von der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck gegossen, am 19. Juli desselben Jahres geweiht und im Nordturm aufgehängt. Die sogenannte Schützenglocke, dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht, entspricht mit ihren über 9 Tonnen Gewicht, einem Durchmesser von 2,48 Metern und dem Ton e den Maßen der vormaligen großen Glocke von 1901. Die Schützenglocke ist damit die viertgrößte Glocke Österreichs. Sie wird jeden Freitag um 15 Uhr zur Sterbestunde Jesu und zu den höchsten kirchlichen Feiertagen geläutet. Die verbliebene Silberne Glocke von 1579 wird zum mittäglichen und abendlichen Angelusläuten sowie zu den Messen an Sonn- und Wochentagen geläutet. Das Geläut hat seit 1959 keine Erweiterung erfahren.[3]

Grablegen

Elf Mitglieder des Fürstenhauses sind in der Krypta beigesetzt, darunter der Auftraggeber der Kirche, Erzherzog Leopold V., seine Gattin Claudia de Medici und seine Söhne Ferdinand Karl und Sigismund Franz. Auch der Theologe Karl Rahner ist in der Krypta der Kirche beigesetzt.

Einzelnachweise

  1. Webseite mit Informationen zu den Pirminiusreliquien und Bild des Pirminiusschreins in Innsbruck
  2. Nähere Informationen zur Orgel auf der Website der Kirchengemeinde
  3. Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich. Journal-Verlag, Lienz 2006, S. 532–535.
  Commons: Jesuitenkirche Innsbruck  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien