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vom 27.04.2016, aktuelle Version,

Johann Jeremias von Renouard

Johann Jeremias von Renouard (* 30. Juli 1742 in Berlin; † 30. Dezember 1810 in Spandau) war ein preußischer Generalmajor und Chef des Infanterieregiments Nr. 3.

Leben

Herkunft

Renouard entstammte einer Hugenottenfamilie, die unter Friedrich Wilhelm nach Brandenburg gekommen war. Er war der Sohn des Hofrates und Direktors der französischen Kolonie in Potsdam Franz von Renouard (* 29. Januar 1710 in Prenzlau; † 16. Februar 1796 in Berlin) und dessen Ehefrau Susanna Elisabeth, geborene de Felix (* 3. August 1709 in Berlin; † 2. Mai 1792 ebenda).

Militärkarriere

Auf Befehl Friedrich II. wurde Renouard aufgrund seiner adeligen Herkunft am 11. Juli 1756 als Junker im Infanterieregiment „von Anhalt“ Nr. 3 der Preußischen Armee angestellt. Er kämpfte im Siebenjährigen Krieg bei Prag und Kay, wo er verwundet wurde. Am 21. September 1759 geriet er bei einem Gefecht bei Korbitz in Gefangenschaft. Dort blieb er bis zum Ende des Krieges. Seit 20. Juni 1775 Kapitän und Kompaniechef, nahm er dann als solcher 1778/79 am Bayrischen Erbfolgekrieg teil. Am 27. Mai 1785 erfolgte seine Beförderung zum Major und zwei Jahre später wurde er Chef des Füsilierbataillons Nr. 18, dass ab diesem Zeitpunkt auch seinen Namen trug. Im gleichen Jahr kämpfte Renouard mit seinem Bataillon in den Niederlanden.

Friedrich Wilhelm II. verlieh ihm anlässlich der Revue bei Magdeburg am 28. Mai 1789 für die gute Disziplin in seiner Truppe den Orden Pour le Mérite. Am 7. Juni 1792 erfolgte die Beförderung zum Oberstleutnant, sowie der Erste Koalitionskrieg. Er kämpfte dort bei Valmy, Châlons, Hocheim, Bingen, Alsheim sowie Wachenheim und nahm an der Blockade von Landau teil. Am 24. Januar 1794 wurde er Oberst und Kommandeur des Infanterieregiments „von Reitzenstein“ Nr. 56 und am 1. Oktober 1799 Chef des Infanterieregiments „von Thadden“ Nr. 3. Am 20. Mai 1800 erfolgte sein Beförderung zum Generalmajor. Renouard kämpfte 1806 in der Schlacht bei Auerstedt und wurde schwer verwundet. Danach kam er nach Magdeburg und als die Festung vor den Franzosen kapitulierte, unterschrieb auch er den Vertrag. Wegen seiner Rolle bei der Kapitulation wurde er dann nach dem Frieden von Tilsit am 19. November 1809 vor ein Kriegsgericht gestellt und zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt. Man inhaftierte ihn in der Festung Spandau aber Renouard durfte wegen seines schlechten Gesundheitszustandes ab 25. Januar 1810 in die Stadt umziehen. Dort verstarb er Ende des Jahres und wurde am 3. Januar 1811 auf dem Garnisonsfriedhof beigesetzt.

Familie

Renouard hatte am 24. Oktober 1776 in Mukrena Johanna Jakobine Charlotte Marie von Kotze (* 1758; † 27. Januar 1785 in Halle (Saale)) geheiratet. Nach ihrem Tod verheiratete er sich mit Elisabeth Lucie Auguste von Witzleben (* 7. April 1761 in Wolmirstedt; † 6. November 1830 in Berlin). Aus den Ehen gingen folgende Kinder hervor:

  • Josepha Franziska Sylvia Charlotte (* 31. August 1777 in Halle; † 1821) ∞ 1797 Heinrich von Stein zum Altenstein, preußischer Major im Infanterieregiment Nr. 56
  • Henriette Ernestine Augustine Jeannette (* 14. August 1779 in Halle; † 25. Mai 1785)
  • Julie Johanna Karoline Amalie (* 1. Februar 1781 in Halle; † 23. Juni 1807), Stiftsdame im Jena'schen Fräuleinstift in Halle
  • Luise Eleonore Emilie Sylvia (* 29. März 1782 in Halle; † 2. Juni 1826) ∞ Friedrich Wilhelm von Preuß, preußischer Hauptmann
  • Elisabeth Jakobine Philippine Konradine Ernestine (* 21. Juni 1783 in Halle; † 27. August 1786)
  • Auguste Friederike Henriette Johanna (* 27. Januar 1785 in Halle; † 18. März 1850) ∞ Johann Ludwig Vitzthum von Eckstädt († 11. Januar 1853), sächsischer Oberstleutnant
  • Leopold Franz Heinrich August Karl (* 13. Juni 1789 in Halle; † 6. Februar 1876), preußischer Major a.D. ∞ Ulrike Hoppe († 25. Mai 1875)
  • Johann Gustav Ferdinand (* 20. September 1790 in Halle; † 9. Februar 1816), Fähnrich im Regiment Nr.3
  • Jeannette Charlotte Emilie (* 9. August 1791 in Halle; † 1. März 1867), Stiftsdame im adeligen Fräuleinstift in Bayreuth
  • Friederike Karoline Auguste (* 19. Oktober 1792 in Bayreuth; † 10. November 1809)
  • Friedrich Ludwig Maximilian (* 4. Januar 1797 in Ansbach; † 9. August 1883), preußischer Generalmajor ∞ Mathilde von Bernuth (* 27. April 1802; † 18. November 1888)
  • Christiane Friederike Karoline (* 17. Dezember 1798 in Ansbach; † 20. April 1800)
  • Sophie Wilhelmine Charlotte (* 17. Dezember 1798 in Ansbach; † 25. September 1828) ∞ Alexander Adolf von Hirschfeld (* 17. September 1787; † 11. Mai 1858)
  • Wilhelmine Henriette (* 3. August 1802 in Halle; † 9. April 1805)
  • Karl Wilhelm Gustav (* 21. Mai 1803 in Halle; † 9. August 1881) ∞ Antonie von Gauvain (* 1. April 1811; † 11. Januar 1862)

Literatur